Tech-Aktien an der Wall Street unter Druck

Der Höhenflug des Ölpreises hat die Standardwerte an den US-Börsen auch am Donnerstag gestützt. Technologie-Aktien wie Facebook, Apple und Microsoft verloren indes bis zu 3 Prozent.
01.12.2016 22:45
Mussten am Donnerstag Federn lassen: Technologie-Aktien wie unter anderen diejenige von Microsoft.
Mussten am Donnerstag Federn lassen: Technologie-Aktien wie unter anderen diejenige von Microsoft.
Bild: Bloomberg

Händler sagten, nach den teils rasanten Kursanstiegen in der Branche in den letzten Jahren würden nun mehr und mehr Anleger dort aussteigen.

Der Dow-Jones-Index legte 0,4 Prozent zu und schloss auf einem Rekordhoch von 19'191 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab hingegen 0,4 Prozent auf 2191 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 1,4 Prozent auf 5251 Stellen.

Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent kletterte am Donnerstag um weitere 3,5 Prozent auf knapp 54 Dollar je Barrel (159 Liter). Schon am Mittwoch hatte Brent sich um fast 9 Prozent verteuert, nachdem sich die Opec-Länder auf die erste Kürzung der Förderquoten seit acht Jahren geeinigt hatten. Chevron-Aktien stiegen in der Folge um 1,5 Prozent. Der US-Branchenindex notierte zwischenzeitlich mit rund 553 Punkten so hoch wie zuletzt vor eineinhalb Jahren.

Gesuchte Bankaktien

Neben den Aktien von Ölkonzernen legten auch Bankentitel zu, weil die Anleger von einer US-Zinsanhebung noch in diesem Monat sowie dem Abbau von Regulierungen für die Branche durch den designierten US-Präsidenten Donald Trump ausgehen.

Die Papiere des US-Autobauers General Motors legten 5,5 Prozent zu, Ford stiegen um 4 Prozent. Die Branche hat im November dank kräftiger Preisnachlässe ihren Absatz gesteigert. GM verkaufte in dem Monat rund 10 Prozent mehr Autos, Ford 5 Prozent und Toyota 4,3 Prozent.

Aktien von Delta Air Lines verloren 0,8 Prozent. Die Piloten der Fluggesellschaft haben dem neuen Tarifvertrag zugestimmt, der ihnen 30 Prozent mehr Geld binnen drei Jahren einbringt. Zudem bleiben sie weiter am Gewinn beteiligt. Zu dem Kursrückgang trug aber auch der Ölpreis-Anstieg bei. Er verteuert den Treibstoff für die Flugzeuge und schmälert damit den Gewinn der Airlines.

Schwächelnde Staatsanleihen

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,17 Milliarden Aktien den Besitzer. 1120 Werte legten zu, 1859 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,25 Milliarden Aktien 1090 im Plus, 1753 im Minus und 203 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 17/32 auf 96-01/32. Sie rentierten mit 2,453 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 12/32 auf 95-16/32 und hatten eine Rendite von 3,106 Prozent. Händler sagten, die Entwicklung spiegele die Erwartung wider, dass der gestiegene Ölpreis und die Politik des künftigen US-Präsidenten Trump die US-Inflation anheizen würden.

(Reuters)