Telekom - Swisscom übertrifft die Gewinn-Erwartungen

Die Telekommunikationsanbieterin Swisscom hat im Halbjahr die Prognosen von Analysten bei den Gewinnzahlen übertroffen, profitierte dabei aber auch von Entschädigungen aus Rechtsverfahren.
17.08.2017 09:17
Die Swisscom-Aktie hat in diesem Jahr 5 Prozent an Wert dazugewonnen.
Die Swisscom-Aktie hat in diesem Jahr 5 Prozent an Wert dazugewonnen.
Bild: cash

Die Swisscom hat im ersten Halbjahr 2017 etwas weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr, jedoch unter dem Strich mehr verdient. Die Gesellschaft profitierte dabei auch von Entschädigungen aus Rechtsverfahren in Italien. In der Folge wird der operative Gewinn im Gesamtjahr leicht höher erwartet. Das Umsatzziel bleibt unverändert.

Swisscom weist für die ersten sechs Monate einen 1,4% tieferen Umsatz von 5,69 Mrd CHF aus. Der operative Gewinn (EBITDA) nahm derweil um 1,5% auf 2,26 Mrd CHF zu. Unter dem Strich steht ein 6,5% höherer Reingewinn von 839 Mio CHF, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

"Swisscom hat im zweiten Quartal eine sehr solide Leistung am Markt gezeigt", kommentiert CEO Urs Schaeppi die Zahlen. Dank der Sparmassnahmen habe ein grosser Teil des Umsatzrückgangs kompensiert werden können und das Unternehmen liege trotz Preis- und Verdrängungswettbewerb für das Gesamtjahr 2017 auf Kurs, so der Konzernchef.

Konkret bildete sich der Umsatz im Schweizer Kerngeschäft um 2,3% zurück. Rund die Hälfte dieses Rückgangs sei auf den sinkenden Teilnehmerbestand in der Festnetztelefonie zurückzuführen. Es sei gelungen, den grössten Teil des Umsatzrückgangs zu kompensieren, wird betont. Unter anderem sank der Personalbestand im Vorjahresvergleich um 398 Einheiten.

Gut lief das Geschäft hingegen in Italien, wo der Umsatz in der Berichtswährung Euro um 4,8% zunahm. Die Kundenbasis im Breitbandgeschäft wuchs laut den Angaben um 6,8%. Unter dem Strich verzeichnet die Italientochter im ersten Halbjahr ein EBITDA von 403 Mio EUR. Darin enthalten seien Entschädigungen aus Rechtsverfahren in Höhe von 95 Mio EUR (VJ 55 Mio). Bereinigt um diese Erträge habe sich der Fastweb-EBITDA um 10% erhöht, wird betont.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 5,69 Mrd CHF, einem EBITDA von 2,14 Mrd CHF und einem Reingewinn von 749 Mio CHF gerechnet.

Konzernweit nahmen die Investitionen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11% auf 1,06 Mrd CHF ab. In der Schweiz sanken sie überproportional um 17% auf 728 Mio.

Für das Gesamtjahr geht die Swisscom weiterhin von einem Nettoumsatz von rund 11,6 Mrd CHF und Investitionen von rund 2,4 Mrd aus. Angehoben wird dagegen die Prognose für den EBITDA: Hier rechnet das Management als Folge der im zweiten Quartal erfassten Entschädigungen von umgerechnet 102 Mio CHF aus dem Rechtsverfahren bei Fastweb neu mit einem Betrag von rund 4,3 Mrd. Bisher wurden rund 4,2 Mrd in Aussicht gestellt. Falls die Ziele erreicht werden, soll der Generalversammlung weiter eine unveränderte Dividende von 22 CHF pro Aktie vorgeschlagen werden.

(AWP)