Temenos: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Der Bankensoftwarehersteller Temenos hat im Geschäftsjahr 2015 bei mehr Umsatz einen kleineren Gewinn erzielt. Die Aktionäre erhalten dennoch eine etwas höhere Dividende.
11.02.2016 21:00
Mit Software-Lizenzen nahm Temenos 2015 fast 200 Millionen Dollar ein.
Mit Software-Lizenzen nahm Temenos 2015 fast 200 Millionen Dollar ein.
Bild: stock.xchng

Das Unternehmen sieht sich gut positioniert und will im laufenden Jahr weiter wachsen und Marktanteile gewinnen. Temenos hat den Umsatz im Berichtsjahr um knapp 16% auf 542,5 Millionen Dollar und die Lizenzeinnahmen gar um 35% auf 199,4 Millionen Dollar gesteigert. Der Umsatz im Bereich Maintenance legte um 4,7% auf 234,0 Millionen Dollar zu, der im Bereich Services um 12% auf 109,1 Millionen, wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte.

Dabei stamme das Wachstum weitgehend aus den Industrieländern, so Temenos. Die Schwellenländer hätten etwa nur 22% zum Softwarelizenzumsatz beigesteuert.

Der EBIT nach IFRS wird mit 96,8 Millionen Dollar ausgewiesen, was einem Rückgang von 18% entspricht. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 66,3 Millionen Dollar (-28%). Der operative Cashflow lag bei 227 Millionen Dollar. Aus diesem wird die 5 Rappen höhere Dividende von 0,45 Franken je Aktie bestritten.

Mit den Zahlen hat Temenos die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bis auf die Lizenzeinnahmen erfüllt.

CEO: Aussergewöhnliche Leistung

CEO David Arnott ist zufrieden mit der Leistung im abgelaufenen Jahr: "Wir haben in allen Geschäftsfeldern eine aussergewöhnliche Leistung gezeigt", lässt es sich in der Mitteilung zitieren. Und Temenos haben alle wichtigen neuen grossen Deals an Land gezogen.

Im vierten Quartal hätten insbesondere die Segmente "Private Banking" und "Channels" zum Wachstum beigetragen, heisst es weiter. So stieg der Totalumsatz vom Oktober bis Dezember um 26% auf 168,4 Millionen Dollar, während der EBIT um 13% auf 50,1 Millionen und der Reingewinn um 20% auf 38,3 Millionen Dollar sanken.

Nach der "Non-IFRS"-Rechnung betrachtet jedoch, hier rechnet Temenos unter anderem Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf akquirierten Goodwill aus, sieht es jedoch deutlich besser aus: Der EBIT und Reingewinn zogen im Schlussquartal 2015 um jeweils 8% auf 65,2 Millionen, respektive 51,9 Millionen Dollar an.

Weiteres Wachstum erwartet

Für 2016 erwartet Temenos ein Wachstum des Non-IRFS-Umsatzes von 7,5 bis 11% in Lokalwährungen, was Verkäufe von 594 bis 614 Millionen Dollar ergeben würde. Für das Wachstum der Lizenzeinnahmen wird ein Wachstum von 10 bis 15% prognostiziert, entsprechend einem Umsatz von 234 bis 245 Millionen.

Der Non-IFRS-EBIT wird auf 180 bis 185 Millionen veranschlagt, entsprechend einer Marge von rund 30%. Ausserdem geht das Unternehmen davon aus, dass mehr als 100% des EBITDA in operativen Cashflow umgewandelt werden können.

Die Abschreibungen auf den Goodwill von geschätzten 35 Millionen Dollar und erwartete Restrukturierungskosten von 4 Millionen sind in dieser "Non-IFRS"-Guidance nicht eingerechnet, heisst es weiter.

Als Mittelfristziele nennt der Bankendienstleister ein durchschnittliches Wachstum des Non-IFRS-Umsatzes von 10% im Jahr sowie eine jährliches Wachstum der Lizenzeinnahmen um 15%. Die Non-IFRS-EBIT-Marge soll sich jährlich um 100 bis 150 Basispunkte verbessern.

(AWP)