Textilmaschinen - Marktflaute senkt bei Rieter den Gewinn sichtbar

Der Spinnereimaschinen-Hersteller Rieter hat vegangenes Jahr erneut deutlich weniger verdient als im Vorjahr.
13.03.2018 07:26
Eine Rotorspinnmaschine von Rieter.
Eine Rotorspinnmaschine von Rieter.
Bild: ZVG

Der EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen nahm um 8 Prozent auf 51,8 Mio CHF ab, der Reingewinn um 69 Prozent auf 13,3 Mio CHF. Belastet wird das Ergebnis einerseits durch die 2017 noch spürbare Marktflaute, anderseits durch Restrukturierungskosten - so fokussiert das Unternehmen die Tätigkeiten an seinen Standorten Winterthur und Ingolstadt auf Entwicklung, Montage und Service, derweil die Produktion in die tschechische Republik ausgelagert wird.

Die Gewinnzahlen sind keine Überraschung, nachdem das Unternehmen schon bei der Publikation der Umsatzzahlen Margen-Bandbreiten genannt hatte. Entsprechend liegen die ausgewiesenen Werte im Rahmen der Erwartungen respektive etwas darüber. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) einen EBIT von 50,5 Mio CHF und einen Reingewinn von 10,9 Mio CHF erwartet.

Auch mit der Dividendenschätzung liegen die Analysten ziemlich gut. Nachdem im Vorjahr bei sinkendem Gewinn überraschend die Dividende von 4,50 auf 5,00 CHF je Aktie erhöht worden ist, schlägt der Verwaltungsrat nun erneut eine Dividende von 5,00 CHF vor. Begründet wurde die Ausschüttung im am Dienstag verschickten Communiqué mit der Dividendenpolitik des Unternehmens und dessen stabilen finanziellen Situation, die es erlaube, trotz Sondereffekten eine "attraktive Dividende" auszuzahlen.

Beim Umsatz, der bereits Ende Januar publiziert wurde, ist Rieter 2017 nur dank der Übernahme von SSM Textilmaschinen noch gewachsen. Konkret nahm er um 2 Prozent auf 965,6 Mio CHF zu, wobei ohne die Akquisition ein Minus von 3 Prozent resultiert hätte. Der Bestellungseingang dagegen zog deutlich an. Für das Gesamtjahr wies der Konzern einen gegenüber 2016 um 16 Prozent höheren Bestellungseingang von 1,05 Mrd CHF aus. Und selbst ohne die SSM-Übernahme wäre ein Plus von 11 Prozent erreicht worden.

Da die Umsatzentwicklung dem Bestellungseingang immer hinterher folgt, ist fürs laufende Jahr wieder mit besseren Zahlen zu rechnen. Dies bestätigte auch das Rieter-Management: Die ersten beiden Monate des Jahres habe sich die Nachfrage stabil entwickelt, schreibt dieses.

Durchschlagen wird sich die bessere Nachfrage aber erst in der zweiten Jahreshälfte. So rechnet Rieter mit einem "stärkeren zweiten Halbjahr", wodurch Umsatz und Profitabilität im Gesamtjahr 2018 über dem Vorjahresniveau zu liegen kommen dürften. Im ersten Halbjahr dagegen wird ein EBIT und Reingewinn auf den Niveau der Vorjahresperiode erwartet, was auf den Produkte- und Ländermix im Geschäftsbereich Machines & Systems zurückzuführen sei.

(AWP)