Thiam und Cryan müssen dringend liefern

John Cryan, CEO der Deutschen Bank, und sein Amtskollege bei der Credit Suisse, Tidjane Thiam, laufen beide Gefahr, ihren Rückhalt bei Investoren zu verlieren.
12.06.2016 06:01
Im Gegenwind: Tidjane Thiam (links) und John Cryan.
Im Gegenwind: Tidjane Thiam (links) und John Cryan.
Bild: zvg/Bloomberg (Montage cash)

Das ist die Meinung von Davide Serra, Gründer von Algebris Investments. "Bis Dezember werden wir sehen, wer als nächster dran glauben muss", sagte Serra in einem Interview Bloomberg TV.

"Ich glaube, sowohl bei John Cryan als auch bei Tidjane Thiam werden die Investoren die Reissleine ziehen, wenn sie binnen zwölf Monaten nicht geliefert haben. Eine Restrukturierung von solchem Ausmass braucht 24 Monate, und man kann nicht während einer Operation am offenen Herzen den Chirurgen auswechseln." 

Sowohl Thiam als auch Cryan haben eine Reihe von Massnahmen zur Verbesserung der Profitabilität angekündigt, seit sie 2015 ihre Posten angetreten haben. Während die Credit Suisse Tausende Stellen streicht und die Wertpapiersparte eindampft, um sich auf die Vermögensverwaltung zu konzentrieren, hat die Deutsche Bank Dividenden gestrichen und verkauft Vermögensgegenstände, um gegen den Kursverfall anzukämpfen, der den Banken Plätze unter den schlechtesten Kursperformern in Europa seit Jahresbeginn beschert hat. Die Deutsche Bank hat dieses Jahr rund 34 Prozent an Wert verloren, Credit Suisse gab 42 Prozent nach.

Serra erwartet, dass Cryans "Abspecken" die Ertragsbasis der Deutschen Bank um zehn bis 20 Prozent schrumpfen lassen wird. Thiams Aufgabe sei "ein bisschen schwieriger", weil der die Investmentbank verkleinere.

"Wer sind die in Europa, die es richtig machen?", fragt Serra. "Das sind UBS, BNP Paribas, Societe Generale, Santander, Lloyds, Intesa - das sind die, die einen Wells Fargo-JPMorgan-Ansatz fahren."

(Bloomberg)