Tidjane Thiam im Video-InterviewCS-Chef: «Teil-IPO ist weniger notwendig als noch vor 18 Monaten»

Ob der geplante Börsengang des Schweizer Geschäfts umgesetzt werde, sei noch nicht entschieden, sagt CS-CEO Tidjane Thiam im Video-Interview. Ausserdem zeigt er sich zufrieden über den Geschäftsverlauf in diesem Jahr.
14.02.2017 13:19
Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse Group.
Bild: cash

Im November 2016 nahm die Schweizer Rechtseinheit der Credit Suisse ihren operativen Betrieb auf. Die eigenständige Bank innerhalb der CS wurde mit dem Zweck begründet, regulatorischen Anforderungen für eine bessere Möglichkeit zur Aufspaltung der Grossbank im Krisenfall nachzukommen.

Für die zweite Jahreshälfte 2017 soll ein Teil dieser Einheit – ungefähr 20 bis 30 Prozent der Aktien - an die Schweizer Börse gehen. Doch ob dieser IPO tatsächlich stattfinden wird, ist unklar: "Der Teil-IPO ist weniger notwendig als noch vor 18 Monaten", sagt CS-CEO Tidjane Thiam im Video-Interview. Dies bedeute aber nicht, dass er überhaupt nicht mehr notwendig sei.

"Wir arbeiten hart daran, diese Option voranzutreiben", so Thiam weiter. Ein entsprechender Entscheid sei aber noch nicht gefallen. Man prüfe jederzeit auch andere Optionen, welche zu einem besseren Ergebnis für die Aktionäre führen könnten.

Thiam spricht von starkem Januar

Der Gesamtkonzern hat im vierten Quartal 2016 einen Milliardenverlust verbucht. Grund sind vor allem die im Dezember angekündigten hohen Rückstellungen von zusätzlichen rund 2 Milliarden Dollar für den Fall der faulen Hypothekenpapiere in den USA. "Wenn Sie diese Tatsache beiseiteschieben, dann ist die Performance der Bank sehr gut, denn wir haben einen Gewinn erzielt", so Thiam.

Positive Worte findet der CS-Chef auch für die Geschäfte im laufenden Jahr: "Der Januar war ein sehr starker Monat", sagt Thiam. Das Umfeld sei sehr unterstützend. Geschäfte, die in der Vergangenheit unter Druck standen, würden wieder besser laufen. So habe man im Januar etwa bei der Division IBCM (Investment Banking & Capital Markets) einen Anstieg des Nettoertrags um 92 Prozent erzielt.

Doch nicht alles lief so rund: Im Januar hat die Credit Suisse gemäss Medienmitteilung etwa rückläufige Handelsvolumen im Aktiengeschäft aufgewiesen. 

(cash/AWP)

Ob die Swiss Universal Bank nun die richtige Grösse hat oder ob es zu weiterem Stellenabbau kommt, erläutert Thiam im Video-Interview.