Tokioter Börse vor US-Arbeitsmarktbericht mit Verlusten

Die Brexit-Verunsicherung hat die asiatischen Börsen am Freitag erneut belastet.
08.07.2016 09:16
JApaner haben am Freitag wenig Appetit auf Aktien. Blick in ein japanisches Restaurant in Bangkok.
JApaner haben am Freitag wenig Appetit auf Aktien. Blick in ein japanisches Restaurant in Bangkok.
Bild: cash

Zudem trieben die Anleger weiter die Sorgen um den italienischen Bankensektor um, der auf einem 360 Milliarden Euro hohen Berg fauler Kredite sitzt. Es gebe daher keinen Grund, sich vor den US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag (14.30 Uhr MESZ) aus der Deckung zu wagen, sagten Börsianer. Von den Zahlen erhoffen sich die Investoren Hinweise auf die Stärke der weltgrößten Volkswirtschaft und das Tempo der anvisierten Zinserhöhungen.

In Tokio schloss der Nikkei-Index 1,1 Prozent tiefer bei 15.106 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte rund zwei Prozent niedriger. Der Aktienmarkt in Shanghai gab 0,8 Prozent nach. Die südkoreanische Börse in Seoul verlor 0,6 Prozent.

"Der Markt ist nicht in der Stimmung zu steigen", sagte Analyst Soichiro Monji vom Broker Daiwa SB Investments. Die Situation der italienischen Krisenbank Monte Paschi sei weiter unklar, und die US-Jobdaten müssten abgewartet werden. Die Unsicherheit über die Folgen der britischen Entscheidung für einen EU-Austritt ließ auch viele Anleger den Yen als sicheren Hafen ansteuern. Er legte zum Dollar zu, was die japanischen Exportwerte belastete. So verloren die Papiere des Elektronikkonzerns Toshiba gut ein Prozent. Zu den Gewinnern in Tokio zählten dagegen die Nintendo-Aktien, die neun Prozent zulegten. Anleger setzten große Hoffungen auf ein neues Pokemon-Spiel für Smartphones und Tablets.

Für Vorsicht sorgten auch die US-Arbeitsmarktdaten. Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass im Juni außerhalb der US-Landwirtschaft 175.000 Jobs geschaffen wurden. Von den Zahlen erhoffen sich Börsianer Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten US-Zinserhöhungen. In diesem Jahr rechnen Fachleute wegen des Brexit-Referendums in Großbritannien und der unsicheren Aussichten für die Weltkonjunktur nicht mehr mit einer Anhebung des Schlüsselsatzes, der bei 0,25 bis 0,5 Prozent liegt.

(Reuters)