Top-Vermögensverwalter warnt vor Überhitzung der Märkte

Der Chef der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank sieht eine zunehmende Kluft zwischen Marktpreisen und tatsächlichem Wert von Unternehmensanteilen.
11.12.2016 14:45
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

Nicolas Moreau, Chef der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, sieht die Entwicklung an den Märkten kritisch. Er warnt mit Blick auf die jüngste Kursrallye an den Börsen vor einer Überhitzung der Märkte.

"Es ist schlecht, wenn eine Zentralbank Investoren durch ihre Politik quasi dazu zwingt, in den Aktienmarkt zu gehen", sagte er "Welt am Sonntag" mit Verweis auf Strafzinsen, die anfallen, falls das Geld bar gehalten wird.

Kurzfristig würden dadurch zwar die Kurse steigen, langfristig komme es aber zu einer immer größeren Kluft zwischen Preis und tatsächlichem Wert der Unternehmensanteile. "Das muss gestoppt werden - je eher, desto besser." Eine baldige Zinswende in Europa erwartet Moreau allerdings nicht. 

Die Deutsche Bank setzt in der Vermögensverwaltung verstärkt auf Indexfonds, so Moreau weiter. "Das ist ein Feld, das wir weiter ausbauen werden, dort werden wir weiter investieren". Vor allem in den USA und Asien müsse die Bank in dem Bereich noch zulegen. Gleichzeitig werde die Palette der klassischen, aktiv gemanagten Fonds reduziert. "Mehr Klasse, weniger Masse, das muss auch für uns die Lösung sein. Es wird eine Auslese geben", sagte der Franzose, der seit dem 1. Oktober an der Spitze des Geschäftsbereichs Deutsche Asset Management steht.

 

Aktuell gehört die Deutsche Bank nicht mehr zu den Top-Ten-Vermögensverwaltern der Welt. "Wir müssen und wir werden aufholen. Wir wollen unter die ersten Zehn, das ist das Ziel", sagte Moreau. Offen ließ er einen Börsengang seiner Sparte.

(Reuters/cash)