Tornos schlittert tiefer in die roten Zahlen

Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos hat im ersten Halbjahr 2016 wie erwartet Umsatzeinbussen und einen höheren Verlust als in der Vorjahresperiode hinnehmen müssen.
16.08.2016 07:30
Werkhalle von Tornos in Moutier.
Werkhalle von Tornos in Moutier.
Bild: ZVG

Aufgrund fehlender Grossprojekte sank der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 32% auf 62,6 Mio CHF und der Umsatz um 15% auf 69,8 Mio, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Der EBIT sank auf -2,4 Mio CHF nach -0,9 Mio in der entsprechenden Vorjahresperiode, und unter dem Strich blieb ein Verlust von 3,5 Mio CHF nach einem Minus von 2,5 Mio. Bereits Ende Juli hatte das Unternehmen vor einem Umsatzrückgang um die 15% und einen um rund 1 Mio CHF höheren Verlust gewarnt.

Mit den Halbjahreszahlen hat Tornos die Schätzungen der Analysten bei Auftragseingang, Umsatz und EBIT mehr oder weniger erreicht, beim Reinergebnis jedoch die Schätzung der Bank Vontobel klar unterschritten. Die ZKB und Vontobel haben einen Auftragseingang von 76,8 resp. 60,0 Mio CHF geschätzt, einen Umsatz von 70,2 und 70,0 Mio, einen EBIT von -2,0 und -2,5 Mio sowie ein Reinergebnis von -3,5 und -1,5 Mio.

Bereits gegen Ende 2015 habe sich gezeigt, dass die negativen Folgen aus der Aufhebung der Mindestgrenze des Schweizerfrankens zum Euro auch im laufenden Jahr im Auftragseingang spürbar sein würden, schreibt Tornos. Zudem hätte das wirtschaftliche Umfeld in den Zielmärkten zahlreiche Investitionsprojekte der Kunden gebremst. Vor allem in China war die Entwicklung "besorgniserregend", so das Unternehmen weiter.

Für das laufende Jahr rechnet Tornos weiterhin mit einem hoch volatilen Währungsumfeld. Zwar schöpften viele Kunden derzeit die vorhandenen Kapazitäten voll aus, was auf Maschinen-Neuanschaffungen schliessen lasse, dennoch geht Tornos momentan "nicht von einer Verbesserung der Nachfrage frühestens vor Ende des laufenden Jahres aus".

Daher verzichtet das Unternehmen auf eine konkrete Guidance für das laufende Geschäftsjahr. Der Fokus liege vielmehr auf der Prozessoptimierung, um bei einer Entspannung der Situation an einer anziehenden Nachfrage partizipieren zu können.

(AWP)