Traditionsbank überrascht - Julius Bär mit «bärenstarken» Zahlen - Aktie fliegt

Der Zahlenkranz von Julius Bär kann sich sehen lassen. Insbesondere die Fortschritte auf der Kostenseite kommen bei den Analysten gut an. Die Aktie erholt sich von den Kursverlusten vom Freitag und steigt kräftig.
24.07.2017 13:40
Von Lorenz Burkhalter
Hat nach den ersten sechs Monaten gut Lachen: Julius-Bär-Chef Boris Collardi.
Hat nach den ersten sechs Monaten gut Lachen: Julius-Bär-Chef Boris Collardi.
Bild: Bloomberg

Julius Bär legt am frühen Montag ein überraschend starkes Halbjahresergebnis vor. Ursprünglich hatte der Kursrückgang vom Freitagnachmittag etwas anderes erwarten lassen.

Sowohl bei der Nettoneugeldentwicklung als auch bei der bereinigten Bruttomarge sind der Zürcher Traditionsbank seit Ende April deutliche Fortschritte gelungen. Sie übertrifft diesbezüglich selbst die ambitioniertesten Analystenerwartungen. Gut kommen insbesondere die tieferen Kosten an.

Folglich setzt die Aktie von Julius Bär an der Schweizer Börse SIX zu einer Gegenbewegung an. Zur Stunde haussiert sie um 5,7 Prozent auf 52,70 Franken. Das vorläufige Tageshöchst liegt sogar bei 53,90 Franken.

In einem Kommentar gewinnt der für Baader-Helvea tätige Autor dem vorliegenden Zahlenkranz vorwiegend positive Aspekte ab. Er zeigt sich sowohl von der Belebung beim Nettoneugeldwachstum als auch von der besseren Bruttomarge sichtlich angetan. Negativ ins Gewicht falle einzig der weiterhin eher vorsichtige Ausblick, so lässt der Analyst durchblicken. Davon lässt er sich jedoch nicht abschrecken und empfiehlt die Aktie wie bis anhin mit einem Kursziel von 56 Franken zum Kauf.

Überraschend starke Bruttomarge

Gemäss seinem Berufskollegen von der UBS Investmentbank fällt das Halbjahresergebnis nach allen Massstäben besser als erwartet aus. Dank den kostenseitigen Fortschritten sieht er die diesjährigen Konsensschätzungen um bis zu 10 Prozent steigen. Der Analyst nimmt auch seine eigenen Annahmen in positive Revision, was in einer Erhöhung des 53 Franken lautenden 12-Monats-Kursziels münden könnte. Das Anlageurteil lautet wie bis anhin "Buy".

Als die wohl grösste Überraschung bezeichnet der für die Bank Vontobel tätige Experte die starke Verbesserung der Bruttomarge. Die Umsätze im Mai und Juni müssten sehr hoch gewesen sein, so folgert er. Die Aktie von Julius Bär wird vorerst mit "Hold" und einem Kursziel von 48,50 Franken eingestuft.

Auch bei der MainFirst Bank ist die vergleichsweise starke Bruttomarge das grosse Thema. In einem Kommentar führt der für das Bankinstitut tätige Autor die Margenüberraschung auf höhere wiederkehrende Erträge sowie auf ein besser laufendes Zinsdifferenzgeschäft zurück. Er sieht sich in seiner "Outperform" lautenden Kaufempfehlung sowie im Kursziel von 56 Franken bestärkt.

Zürcher Kantonalbank hebt den Daumen

Gar von einer "bärenstarken ersten Jahreshälfte" ist in der ersten Stellungnahme der Zürcher Kantonalbank die Rede. Im zuletzt günstigeren Kosten-Ertrags-Verhältnis sieht der Autor Anhaltspunkte, dass die von den neuen Kundenberatern erhofften Vermögens- und Ertragszuflüsse endlich zu sprudeln beginnen. Die sogar in einem Ausmass, wie es weder seine Berufskollegen noch er erwartet habe.

 

Wegen des überraschend starken Semesterabschlusses und vor allem aufgrund der daraus resultierenden positiven Schätzungsrevisionen, erwartet der Analyst, dass die Aktie von Julius Bär nun besser als der breite Markt laufen wird. Folglich stuft er sie von "Marktgewichten auf "Übergewichten" herauf.