Transport - Flixbus will nun Manhattan erobern

Das Unternehmen Flixbus, das in Europa den Fernbusmarkt aufgemischt hat, wird nächstes Jahr nach New York expandieren.
27.10.2018 21:49
Flixbus ist Europas grösster Fernbusanbieter.
Flixbus ist Europas grösster Fernbusanbieter.
Bild: ZVG

Nach einem ersten Start in den USA Anfang des Jahres verbindet Flixmobility, die das Münchner Unternehmen genau heisst, kalifornische Hochschulen mit Zielen wie Las Vegas und Disneyland und startet 2019 Routen in Richtung Big Apple und Texas. Als nächstes folgt die Expansion nach Chicago, Florida und in den Nordwesten der USA. Geplant ist, dass die hellgrünen und orangefarbenen Busse des Unternehmens im nächsten Jahr kreuz und quer durch Amerika fahren und Greyhound Lines Konkurrenz machen.

"Unser Anspruch ist, den Erfolg, den wir an der Westküste haben, jetzt auch landesweit zu haben", sagte Flixbus-Chef André Schwämmlein. "Wettbewerb ist nichts, wovor wir Angst haben."

Nachdem FlixBus vor fünf Jahren mit einer Handvoll Strecken in Bayern gestartet war, als Deutschland den Fernbusverkehr freigab, hat sich der Anbieter zu einer dominierenden Kraft in Europa entwickelt und bedient 2000 Ziele in 28 Ländern. Die rasche Expansion des Unternehmens, das auch Bahnreisen in Deutschland umfasst, wurde dadurch erleichtert, dass man sich aus dem chaotischen und kapitalintensiven Geschäft des Besitzes und Betriebs von Bussen herausgehalten hat.

Für 4,99 Dollar nach Vegas

Wie Uber Technologies vergibt Flix die angebotenen Dienste an andere. Busunternehmen, die die Busse warten und die Fahrer einstellen, behalten rund 70 Prozent der Ticketeinnahmen, während Flix Vertrieb, Terminplanung, Kundendienst und Marketing übernimmt. Das Unternehmen sagt, dass es so flexibler als traditionelle Busunternehmen bei der Anpassung an die Nachfrage sei.

Tickets von der Innenstadt von Los Angeles bis zum Las Vegas Strip sind auf der Website des Unternehmens für nur 4,99 Dollar erhältlich. Während niedrige Tarife eindeutig ein Pluspunkt bei Kunden sind, sagt Flix, seine Stärke liege darin, neue Kunden mit seinem App-basierten Buchungssystem und Annehmlichkeiten wie Wifi und Steckdosen zu locken.

Nach fünf Monaten an der Westküste "sehen wir extrem gute Passagierzahlen" - besser als in einigen Märkten, in denen wir in Europa angefangen haben, sagte Schwämmlein. "Wir sind sehr zufrieden", mit der Entwicklung bisher, sagte er und fügte hinzu, dass das Unternehmen gegenüber seinen Konkurrenten wie dem Megabus von Stagecoach an der Westküste die Nase vorn hat. Seine Strecken von Los Angeles nach Las Vegas sind durchschnittlich zu 75 Prozent ausgelastet, während die Routen in Südkalifornien und San Francisco Bay durchschnittlich einen Auslastungsfaktor von 60 Prozent haben.

"Mit Vollgas"

New York stellt einen größeren Test für das deutsche Startup dar, das General Atlantic, Silver Lake Capital Management und Holtzbrinck Ventures als Geldgeber hat. Neben Greyhound haben Reisende die Wahl aus regionalen Busunternehmen, Bahnlinien und Billigfliegern.

"Die West Coast war für uns lernen, Hypothesen bestätigen, wie geht man den Markt", sagte Schwämmlein. "Und jetzt wollen wir aber mit Vollgas Richtung Nummer Zwei und hoffentlich irgendwann auch Nummer Eins."

(Bloomberg)