Trübe Stimmung am Schweizer Aktienmarkt

Zum Handelsstart fallen die meisten Blue Chips. Einzige Aktie mit einem massiven Plus ist Sika, nachdem ein Gerichtsentscheid mehr Klarheit zur Zukunft des Konzerns geschaffen hat.
31.10.2016 09:13
Schriftzug der SIX am Gebäude des Schweizer Börsenbetreibers.
Schriftzug der SIX am Gebäude des Schweizer Börsenbetreibers.
Bild: cash

Der SMI fällt um 0,5 Prozent auf 7863 Punkte, nachdem die Börse den Handel begonnen hat. Bereits am Freitag war es mit dem SMI leicht nach unten gegangen, und auch die vergangene Woche insgesamt verzeichnete ein klares Minus. Es war damit die fünfte Woche in Folge mit einem Rückgang beim Schweizer Leitindex. Klare Impulse von den Überseebörsen fehlen zum Wochenauftakt - trotz schwacher Wirtschaftsdaten aus Japan.

Vor allem die überraschende Stagnation bei der Industrieproduktion dürfte ein wichtiges Thema bei der am Montag beginnenden, zweitägigen Sitzung der japanischen Währungshüter sein. In den USA richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Unternehmensberichtssaison, neue US-Konjunkturdaten sowie auf wieder aufgenommene Ermittlungen des FBI zur E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Gerichtsentscheid nützt Sika-Aktie

Hierzulande stehen Sika (+12,5 Prozent) nach den Ereignissen am Freitagabend im Fokus. Die Aktien des Bauchemikonzerns setzen massiv zur Gegenbewegung an, nachdem der Kurs am Freitag um mehr als 4 Prozent nachgab - im Vorfeld des für Freitagabend angekündigten Gerichtsentscheids im Übernahmekampf. Die Verantwortlichen des Baustoffherstellers konnten dabei einen Etappensieg erringen: Das Zuger Kantonsgericht hat die Anfechtungsklage der Schenker-Winkler Holding (SWH) gegen die Beschlüsse der Generalversammlung 2015 abgewiesen.

Die Richter stellten fest, dass die von Sika gegen den grössten Aktionär verhängte Stimmrechtsbeschränkung rechtens war, und haben damit dem Sika-Verwaltungsrates im Abwehrkampf gegen Saint-Gobain den Rücken gestärkt.

Der französische Baukonzern hält jedoch an der Übernahme fest, und die in der Familienholding SWH organisierten Gründererben kündigten an, das Zuger Urteil an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen. Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg will indes nach den zwei Jahren Rechtsstreitigkeiten gemeinsam eine Lösung finden. Sein Ziel ist es, dass Sika das Aktienpaket der Familie übernimmt, wie er in der Sonntagspresse sagte. Zu den genauen Gegebenheiten des Angebots wollte Hälg sich noch nicht äussern. Ob solch eines Erfolg haben kann, ist offen.

Grossbanken unter Druck

Im Plus stehen nur Geberit (+0,2 Prozent) und Lonza (+0,3 Prozent). Belastet sind dagegen Credit Suisse (-0,6 Prozent). Die UBS überprüft das "Buy"-Rating und Kursziel der Aktien. Der zuständige Analyst geht bei der Grossbank, die am Donnerstag Zahlen vorlegt, von einem knappen Verlust im dritten Quartal aus. Anders als bei den US-Konkurrenten sehe er bei der CS im Bereich FICC (Fixed Income, Commodities und Currencies) einen starken Rückgang.

Auch die Aktie der UBS fällt um 0,4 Prozent zurück. In der Vorwoche gehörten die Finanztitel allerdings zu den grössten Gewinnern unter den SMI-Titeln. CS und UBS legten mit 3,2 Prozent bzw. 5,2 Prozent am stärksten zu.

Schwergewichte mit deutlichem Minus

Die Schwergewichte Novartis (-0,8 Prozent), Nestlé (-0,5 Prozent) und Roche (-0,6 Prozent) verlieren ebenfalls sichtbar. Syngenta (-0,1 Prozent) zeigen sich dagegen eher unauffällig. Die EU-Kommission will die angestrebte Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina ausführlich unter die Lupe nehmen und leitet eine vertiefte Prüfung ein, wie am Freitag bekannt wurde. Schon am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass sich der Abschluss des Deals verzögert, und Syngenta gaben im Laufe der Woche bereits 5,5 Prozent ab.

Am breiten Markt verlieren Panalpina (-0,1 Prozent) nur leicht, nachdem die Deutsche Bank die Aktien neu zum Verkauf empfiehlt. Der zuständige Analyst sieht zwar Potenzial für Panalpina, die tiefen Margen zu verbessern. Allerdings könnte der Konsens bezüglich des Zeitraums, den es dafür brauche, zu optimistisch sein, insbesondere wenn die Marktkonditionen hart, die globalen Handelsvolumen schwach und die Frachtraten volatil seien.

(AWP)