«Trumpenomics» lässt Dezember-Zinsschritt näher rücken

Anfang November wurde noch davor gewarnt, ein Wahlsieg von Donald Trump würde eine Fed-Zinserhöhung weniger wahrscheinlich machen. Doch stattdessen gilt eine Straffung im Dezember nun als nahezu sicher.
19.11.2016 02:10
Das Hauptgebäude der Fed in Washington.
Das Hauptgebäude der Fed in Washington.
Bild: Bloomberg

Am Terminmarkt sehen die Händler eine Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent - der höchste Stand in diesem Jahr - für eine Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank Fed bei der letzten Sitzung ihres Offenmarktausschusses in diesem Jahr am 13. und 14. Dezember. Die Ausgabenpläne von Trump schüren Spekulationen, dass die US-Notenbank wegen der steigenden Inflationserwartungen bei ihren Zinserhöhungen einen Gang hochschalten wird.

"Es ist schwierig, nicht davon auszugehen, dass sich das unglaublich expansiv auf die Weltwirtschaft auswirkt", sagte Mark Nash, Leiter globale Anleihen bei Old Mutual Global Investors. "Wir sind der Ansicht, dass mehr Straffungen eingepreist werden sollten und die Anleiherenditen steigen sollten", erklärte er im Interview mit Bloomberg TV.

Die Rendite zehnjähriger Treasuries stieg am Mittwoch gegen 12.30 Uhr um sechs Basispunkte auf 2,28 Prozent. Am Montag war sie bis auf 2,3 Prozent gestiegen, womit der höchste Stand in diesem Jahr erreicht wurde. Nash zufolge ist das nächste Ziel 2,5 Prozent.

Inflationserwartungen im Fokus

Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Fed im Dezember hatte Anfang November bei 68 Prozent gelegen und erhöhte sich seither im Zuge der steigenden Inflationserwartungen.

Die Wahl von Trump setzte den Anleihemarkt unter Druck. Der Global Broad Market Index von Bank of America ist im November bislang um 1,5 Prozent gefallen und läuft damit auf den stärksten Monatsverlust seit Mai 2013 zu. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und inflationsgeschützten Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) mit ähnlicher Laufzeit legte am Montag auf 1,97 Prozent zu, den höchsten Stand in diesem Jahr.

Die Vorsitzende der Fed, Janet Yellen, gab am Donnerstag ebenfalls klare Hinweise auf einen baldigen Schritt. Eine Zinsanhebung könnte "relativ bald" angemessen sein, sagte Yellen am Donnerstag vor einem Kongressausschuss in Washington.

(Bloomberg/AWP)