Turnaround-Aktien haben Nachholbedarf

Eine französische Grossbank nennt Aktien von Unternehmen in Turnaround-Situationen. Auf ihrer Liste stehen auch die Titel von zwei bekannten Schweizer Firmen.
24.02.2014 08:29
Von Lorenz Burkhalter
Exane BNP Paribas setzt auf die Aktien von Turnaroundkandidaten wie Logitech.

Dass Exane BNP Paribas in Europa auf Substanzaktien setzt, ist allgemein bekannt. In Erwartung eines wirtschaftlichen Aufschwungs geht die französische Grossbank allerdings noch einen Schritt weiter und setzt auf Aktien von Unternehmen, welche sich im Turnaround befinden.

Die Strategen von Exane BNP Paribas haben dazu eine Liste solcher Unternehmen zusammengestellt. Mit Credit Suisse und Logitech finden sich allerdings nur zwei Schweizer Firmen auf der Liste. Sie setzt sich zudem aus Aperam, Atos, Banco Popolare, Bekaert, BP, Buzzi Unicem, CRH, Danieli, Deutsche Bank, Imerys, Michelin, Nexity, Peugeot, Pirelli, Rio Tinto, Société Générale, Standard Chartered, Thales, Vallourec, Vinci und Volkswagen zusammen.

Aktienempfehlungen mit gelungenem Start ins neue Jahr

Obschon die europäischen Aktienmärkte zwischenzeitlich unter Druck geraten sind, haben die Aktien der auf der Liste berücksichtigten Unternehmen seit Jahresbeginn um durchschnittlich 6,2 Prozent an Wert gewonnen und den Stoxx 50 Index um 5,6 Prozent geschlagen.

Einzig die Aktie von Banco Popolare sei aufgrund einer Kapitalerhöhung unter Verkaufsdruck geraten und habe 15 Prozent eingebüsst, so die Strategen. Im Gegenzug hätten sich jene von Aperam, Buzzi Unicem, Logitech, Nexity und Peugeot um über 10 Prozent besser als der breite Markt entwickelt.

Exane BNP Paribas sieht bei diesen Aktien im aktuellen Umfeld weiteres Aufwärtspotenzial. Noch befinde sich die Wirtschaftserholung in einem frühen Stadium. Die Bewertung der auf der Liste stehenden Unternehmen sei allerdings unrealistisch tief. Die Aktien würden derzeit nämlich mit einem Bewertungsabschlag von 33 Prozent gegenüber dem breiten Markt gehandelt. In den wirtschaftlich stabileren Jahren 2004 bis 2007 habe der Bewertungsabschlag durchschnittlich 20 Prozent betragen. Die Strategen sehen bei den Aktien deshalb selbst ohne substanzielle Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Aufholpotenzial.