Übernachten in Zürich ist günstiger geworden

Das wird die Touristen freuen: In den letzten zwölf Monaten ist der durchschnittliche Hotelpreis in Zürich deutlich zurückgegangen. Eine ganz andere Entwicklung ist hingegen in Genf zu beobachten.
14.10.2013 02:00
Von Ivo Ruch
Ein Blick auf das Dolder Grand auf dem Zürichberg.
Ein Blick auf das Dolder Grand auf dem Zürichberg.
Bild: ZVG

Übernachten in Zürich ist in den letzten 12 Monaten günstiger geworden. Das zeigt das aktuelle Hotelpreisbarometer des internationalen Buchungsportals hotel.info, das auf zwei Millionen Buchungen pro Jahr basiert. Demnach kostet eine Übernachtung in einem Zürcher Hotel im Durchschnitt nur noch knapp 190 Franken. Das sind 8 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Unter den grossen Schweizer Städten ist diese Entwicklung eher ungewöhnlich. Denn in Lausanne, Basel und Bern sind die Preise der Hotelzimmer um jeweils rund 5 Prozent angestiegen. Mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 193 Franken hat Basel Zürich nun überholt.

Teuerste Schweizer Stadt bleibt allerdings Genf. In der Rhone-Stadt hat sich die Hotel-Übernachtung seit September 2012 um satte 30 Prozent auf 240 Franken verteuert. In Genf ist die deutliche Verteuerung auf die internationalen Syrien-Gespräche Mitte September zurückzuführen. Die Aussenminister Russlands und der USA haben sich dort auf die Vernichtung syrischer Chemiewaffen geeinigt. Die Verhandlungen dauerten mehrere Tage, entsprechend viel Personal musste in Genf untergebracht werden.

Auch im Ausland günstigere Übernachtungspreise

Der Zürcher Preissturz ist hingegen weniger offensichtlich. Die Gesamtzahl der Logiernächte zwischen Januar und August 2013 hat im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4,4 Prozent zugenommen, wie Zahlen von Zürich Tourismus zeigen. Da aber die Zahl der Hotelzimmer gleichzeitig noch stärker angestiegen ist, sank die durchschnittliche Zimmerauslastung in derselben Periode von 70,3 auf 67,4 Prozent.

Von den tieferen Zimmerpreisen machten nur wenige Gäste des Zürcher Filmfestivals Gebrauch. In erster Linie profitierten die Luxushotels, wo viele VIP-Gäste übernachteten. Die breite Masse der Zürcher Hotels verzeichnete aber kaum eine merkliche Zunahme der Logiernächte, wie Jörg Arnold, Präsident des Vereins der Zürcher Hoteliers, gegenüber srf.ch sagte.

Auch in verschiedenen internationalen Metropolen sind die Hotelbetten teilweise deutlich günstiger geworden. Der grösste Preisrückgang ist mit 29 Prozent in Kiew zu beobachten. Allerdings waren dort die Übernachtungskosten vor einem Jahr aufgrund der Fussball-Europameisterschaft überdurchschnittlich hoch.

Ebenfalls Preisrückgänge im zweistelligen Prozentbereich verzeichnen Amsterdam, Madrid, Warschau, Tokio und Istanbul.

Weltweit teuerstes Pflaster bleibt nach wie vor New York mit einem Durchschnittspreis von 283 Franken, gefolgt von Genf mit 240 Franken. London ist mit 204 Franken vor Stockholm und Moskau neu die teuerste Hauptstadt Europas.

Entwicklung der Hotelpreise

  Stadt September 2013 Vgl. zu September 2012
1. New York 283 CHF 1 %
2. Genf 241 CHF 29 %
3. London 204 CHF 11 %
4. Basel 193 CHF 6 %
5. Zürich 189 CHF -8 %
6. Singapur 187 CHF -12 %
7. Paris 180 CHF -2 %
8. Hong Kong 172 CHF -3 %
9. Bern 172 CHF 5 %
10. Tokio 156 CHF -20 %

Quelle: hotel.info