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UBS-Aktie ist die erste SMI-Kursrakete

Die Aktie der UBS hat im noch jungen Jahr fast alle anderen Titel im Swiss Market Index zum Teil deutlich überflügelt. Anleger rätseln über die Gründe der Kurshausse.
10.01.2014 14:56
Von Pascal Meisser
Die UBS ist die Aktie der Stunde im SMI.
Die UBS ist die Aktie der Stunde im SMI.
Bild: Bloomberg

Kaum eine andere Aktie im SMI hat in den ersten Handelstagen im neuen Jahr so stark zugelegt wie der UBS-Valor. Mit einem Plus von 8 Prozent hat die Grossbank den Gesamtmarkt bislang deutlich überflügelt. Einzig den Titeln der Konkurrentin Credit Suisse gelang es im Verlaufe des Freitags, die UBS-Performance leicht zu übertreffen. 

Auch die UBS-Aktie steigt am Freitag munter weiter. Der Titel notiert zeitweise bei 18,39 Franken, zugleich der höchste Kurs seit Ende Oktober 2013. Seit dem jüngsten Tiefstand vom Dezember hat der Titel innerhalb von drei Wochen gar fast 17 Prozent haussiert.

Dieser deutliche Anstieg überrascht insofern, da in den letzten Wochen keine unternehmensspezifischen Neuigkeiten zur UBS bekannt wurden. Auch die am Donnerstag herumgereichte Spekulation von Analysten, dass die Bank sich komplett vom Investmentbanking losreisst, kann den jüngsten Anstieg nicht begründen.

Gesunkene Risikoaversion

ZKB-Analyst Andreas Brun sieht in erster Linie makroökonomische Gründe hinter der Aufwärtsbewegung. "Derzeit profitieren Bankentitel vor allem von der Erholung der europäischen Wirtschaft", sagt Brun. So haben in den letzten Tagen vor allem die Titel von italienischen Banken deutliche Kursgewinne erzielt. "Italien zeigt Erholungstendenzen. Das schmälert die Risikoaversion der Anleger", so Brun. Davon profitiere nun die gesamte europäische Bankenbranche.

Ein weiterer Treiber sind die grossen Broker, die jeweils auf den Jahresanfang hin Aktienreports publizieren und Umstufungen bekanntgeben. So sorgte am Mittwoch die französische Grossbank Société Générale für Unruhe an den Märkten. In einer Ersteinstufung verschiedener Finanzinstitute setzte SocGen die UBS mit Kursziel 20,20 Franken auf "Kaufen", die Credit Suisse hingegen bloss auf "Halten". Während die UBS-Aktie an jenem Tag 3 Prozent kletterte, fiel bei der Credit Suisse das Plus mit 0,5 Prozent deutlich geringer aus.

Nächste Kursimpulse stehen bevor

Fraglich ist allerdings, wie nachhaltig solche Kursbewegungen sind. Denn bereits nächste Woche erwarten die Bankvaloren die nächsten zahlengetriebenen Impulse. Die ersten amerikanischen Banken berichten über das Geschäftsjahr 2013. Den Anfang machen am Dienstag JP Morgan und Wells Fargo, im weiteren Wochenverlauf folgen Citigroup und Bank of America.

Sollten die US-Banken mit ihren Zahlen enttäuschen, drohen auch den Schweizer Finanztiteln deutliche Rücksetzer.

Immer mehr Analysten befürchten denn auch, dass die US-Banken die Gewinnerwartungen für 2013 nicht erfüllen können. "Die Gewinne der Geldhäuser sind in den vergangenen Jahren vom robusten Hypothekengeschäft und verbesserter Kreditqualität getrieben worden", sagt Christopher Mutascio vom US-Analysehaus Keefe, Bruyette & Woods. Mit dieser Art von Rückenwind könnten die Banken aber in Zukunft nicht mehr rechnen.