UBS-Aktie taucht um mehr als 7 Prozent

Die UBS erleidet einen drastischen Gewinneinbruch. Viele Analysten müssen ihre Prognosen für Gewinn und Dividende mit dem Rotstift überarbeiten. An der Börse wird die Aktie deshalb abgestraft.
03.05.2016 11:21
Von Lorenz Burkhalter
Der schwache Gewinnbeitrag aus dem Kerngeschäft wirft bei der UBS Fragen auf.
Der schwache Gewinnbeitrag aus dem Kerngeschäft wirft bei der UBS Fragen auf.
Bild: cash

Was die Spatzen schon seit Wochen vom Dach des UBS-Hauptsitzes am Paradeplatz in Zürich pfeifen, ist seit dem frühen Dienstagmorgen Gewissheit: Aufgrund des schwierigen Umfelds im ersten Quartal erleidet die grössere der beiden Schweizer Grossbanken einen substanziellen Gewinneinbruch. Es ist dies der schwächste Jahresauftakt seit 2009.

Nicht nur beim bereinigten Vorsteuergewinn, auch beim Reingewinn werden die Analystenerwartungen teilweise klar verfehlt. Fragen wirft vor allem die Schwäche im Wealth Management auf, ist dieses doch das erklärte Kerngeschäft der UBS. An der Schweizer Börse SIX verliert die Aktie im frühen Handel deshalb 7,6 Prozent auf 15,28 Franken. Das hinterlässt auch bei der Aktie der Rivalin Credit Suisse Spuren. Sie verliert zur Stunde 3,7 Prozent auf 13,99 Franken.

Ziemlich schwacher Jahresauftakt

Wie der für Vontobel tätige Bankenanalyst in einem Kommentar schreibt, fällt das erste Quartal über die meisten Geschäftsfelder hinweg schwach aus. Die Schuld dafür schiebt er vor allem dem schwierigen Umfeld und den dadurch rückläufigen Erträgen zu. Für ihn steht fest: Die UBS muss mehr an ihrer Kostenbasis arbeiten.

Beim Vorsteuergewinn werden die bankeigenen Schätzungen dem Experten zufolge um 17 Prozent verfehlt. Der Vorsteuergewinn liege aber nur um 11 Prozent unter den durchschnittlichen Erwartungen seiner Berufskollegen, so lässt er durchblicken.

Druck auf die Bruttomarge im Kerngeschäft

Wie dem Kommentar weiter entnommen werden kann, steht die UBS dank ihrer auf das Wealth Management ausgerichteten Strategie und der starken Eigenkapitalbasis vergleichsweise gut da. Der fortgeschrittene Restrukturierungsprozess lasse in Zukunft eine attraktive Dividende erwarten, so heisst es weiter. Vermutlich wird die UBS-Aktie deshalb bei der Bank Vontobel mit einem Kursziel von 21 Franken zum Kauf empfohlen.

Der Berufskollege der Deutschen Bank äussert vor allem in Bezug auf das Wealth Management, dem erklärten Kerngeschäft der Grossbank, gewisse Bedenken. Aufgrund rückläufiger Erträge und einer leicht unter den Erwartungen liegenden Bruttomarge von 81 Basispunkten verfehlt der Vorsteuergewinn aus diesem Geschäftszweig seinen Erhebungen zufolge die Erwartungen um 4 Prozent. Gefallen findet der Experte hingegen am starken Nettoneugeldzufluss.

Für den für die Zürcher Kantonalbank tätigen Analysten stehen insbesondere die Kosten im Vordergrund. Dies mit dem Verweis auf das schwierige Umfeld. Entgegen den Spekulationen in den Medien habe die UBS allerdings kein zusätzliches Kostensparprogramm angekündigt, was den Markt enttäuschen werde.

Zu hohe Dividendenerwartungen?

Operativ betrachtet habe die Grossbank die Erwartungen im ersten Quartal nicht erfüllt. Bankeigenen Schätzungen zufolge liegt der um Sonderfaktoren bereinigte Reingewinn rund 13 Prozent unter den Konsensschätzungen. Als Lichtblick wird die gute Nettoneugeldentwicklung nach zwei schwachen Quartalen beurteilt.

Keine guten Worte findet der Experte, was die Kapitalquoten anbetrifft. Der stärker als erwartete Rückgang verheisst seines Erachtens nichts Gutes für die zukünftigen Dividendenerwartungen, welche er als um durchschnittlich 10 Prozent zu hoch einstuft. Das Anlageurteil für die Aktie lautet weiterhin nur "Marktgewichten".