UBS-Chef im Video-Interview - Ermotti: Druck auf Kundengelder in Schwellenländern bleibt 2017

Die Aktie der UBS kommt nach dem Bekanntgabe der Jahreszahlen unter Druck. Die Bank hat im Schlussquartal Kundengelder im Kerngeschäft verloren. UBS-Chef Sergio Ermotti erklärt im Video-Interview die Gründe.
27.01.2017 12:05
Von Daniel Hügli
UBS-CEO Sergio Ermotti im Interview am Freitag in Zürich.
Bild: cash

Investoren rümpfen am Freitag wegen Details im UBS-Jahresergebnis die Nase. Es sind zwar auf den ersten Blick nur kleine Summen, doch es handelt sich das Kerngeschäft in einem wichtigen Teil der künftigen UBS-Welt, nämlich Asien.

In der Vermögenverwaltung hatte die Bank im Schlussquartal Gelder verloren: Insgesamt verzeichnete das Wealth Management einen Nettoabfluss von 4,1 Milliarden Franken. Dafür verantwortlich sind zur Hauptsache grenzüberschreitende Abflüsse in Höhe von 7,4 Milliarden vor allem in den Emerging Markets und Asien/Pazifik. Für viele Beobachter überraschend litt auch die Profitabilität in der Vermögensverwaltung. Die Bruttomarge betrug im vierten Quartal noch 73 Basispunkte nach 76 Basispunkten im Vorquartal.

"Wir haben den Prozess der Regularisierung im automatischen Informationsaustausch in diesen Ländern", begründet UBS-CEO Sergio Ermotti im Video-Interview von AWP die Neugeldabflüsse in Emerging Markets. Laut Ermotti wird sich an diesem Zustand auch nichts so schnell etwas ändern, zumindest in diesem Jahr.

Ermotti sieht abnehmende Abflüsse durch Regularisierung erst 2018. Das Neugeld-Wachstum dürfte 2017 wegen Regularisierungs-Abflüssen am unteren Ende des Zielbandes liegen, wie Ermotti auch gegenüber Analysten sagte.

Dieser Ausblick bringt die Aktie der UBS unter Druck. Sie verliert in der Spitze am Freitag 3,7 Prozent. Seit Anfang November hat sie allerings fast 25 Prozent dazugewonnen.

Schwieriges Quartal

Im Gesamtjahr 2016 zog das Wealth Management netto insgesamt aber etwa 27 Milliarden Franken an. Auch sonst sieht der Viertquartalsabschluss eigentlich nicht schlecht aus. Konzernertrag wie auch die Gewinnzahlen übertreffen die Prognosen. "Die UBS hat in einem schwierigen Quartal ein ansprechendes Ergebnis publiziert", schrieb etwa die Zürcher Kantonalbank.

Die bessere Stimmung an den Märkten seit der Wahl von Donald Trump als neuen US-Präsidenten spüre auch die UBS. "Das Umfeld hat sich vor allem bei Investoren und Kunden in den USA verbessert", sagt Ermotti im Video-Interview.

Der UBS-CEO erwartet daher anziehende Kundenaktivität im ersten Quartal. Die Kunden-Zuversicht dürfte auch zu Zuflüssen im amerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäft führen.

UBS-CEO Sergio Ermotti äussert sich im Video-Interview auch zur Zinsentwicklung und zur Weitergabe von Negativzinsen an die Kunden.