«UBS droht Verlust der Banklizenz in Japan»

Die Libor-Thematik ist mit der Milliarden-Busse noch nicht vom Tisch, sagt Wirtschaftsrechtsprofessor Peter V. Kunz im Video-Interview. In Japan drohe der Bank sogar der Entzug der Banklizenz.
20.12.2012 07:00
Von Frédéric Papp
Peter V. Kunz, Wirtschaftsrechtsprofessor Universität Bern im Video-Interview.

Die Verstrickung in den Libor-Skandal kommt die UBS teuer zu stehen. Die Bank muss an amerikanische, britische und Schweizer Behörden insgesamt 1,4 Milliarden Franken als Geldstrafen und eingezogene Gewinne zahlen. Doch damit ist die Sache noch nicht vom Tisch.

"Andere Aufsichtsbehörden könnten nachziehen", sagt Wirtschaftsrechtsprofessor Peter V. Kunz von der Universität Bern im Video-Interview. Ein möglicher weiterer Kläger könnte beispielsweise die deutsche Aufsichtsbehörde sein, so Kunz. Und auch Sammelklagen in Milliardenhöhe aus den USA seien nicht auszuschliessen. Doch damit nicht genug.

Insbesondere Japan könnte sich als grosser finanzieller Stolperstein für die UBS erweisen. In Japan, wo die Libor-Affäre ins Rollen kam, wurde noch kein Vergleich erzielt. Kunz vermutet, dass die japanische Aufsichtsbehörde noch schärfer gegen die Bank vorgeht und der grössten Schweizer Bank "die Banklizenz für den japanischen Markt entzieht". Ein solcher Schritt hätte weitreichende Konsequenzen für die UBS. Denn Japan sei für die UBS ein wichtiger Markt, so Kunz.

Ärgste Gefahr abgewendet

Trotz der heiklen Lage, in der sich die UBS befindet, scheinen Anleger den Milliarden-Vergleich zu begrüssen. Nach Kursverlusten zu Handelsbeginn am Mittwoch drehten die UBS-Papiere in den grünen Bereich. Zuletzt notierten die Titel gut 1 Prozent höher bei 15,47 Franken (zum Artikel).  

Positiv ist auch, dass die UBS einen Vergleich mit den "gefährlichsten Behörden", wie es Kunz nennt, abschliessen konnte. Dazu zählt das amerikanische Justizministerium.
 

Im Video-Interview äussert sich Peter V. Kunz über die Kontrolllücken in der UBS, die Verantwortung des UBS-Topmanagements und den erneuten Imageverlust für die Bank.