UBS enttäuscht die Anleger

Im ersten Quartal ist der Reingewinn der UBS tiefer ausgefallen als von Analysten erwartet. Das goutieren die Investoren ganz und gar nicht.
03.05.2016 09:21
Logo bei einem Gebäude der UBS in Altstetten ZH.
Logo bei einem Gebäude der UBS in Altstetten ZH.
Bild: cash

Die UBS hat zu Jahresbeginn wegen sinkender Erträge im Handelsgeschäft und der Vermögensverwaltung deutlich weniger verdient. Die Bank hat gemäss ihren Angaben im zwischen Januar und März 707 Millionen Franken Reingewinn erzielt. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur awp zufolge hatten Analysten der grössten Schweizer Bank einen Quartalsgewinn von 815 Millionen Franken vorausgesagt. In der Vorjahresperiode hatte die UBS einen Reingewinn von 2 Milliarden Franken erzielt.

Die Aktie der UBS fällt im frühen Handel am Dienstag um deutliche 4 Prozent. Sie gehört zu den schwächsten Titeln im SMI dieses Jahr und hat im Vergleich zum Jahresanfang rund 18 Prozent verloren. 

Auf Vorsteuerebene erzielte die Bank einen Gewinn von 978 Millionen Franken, bereinigt um Sonderfaktoren waren es 1,37 Milliarden Franken.  Geschätzt wurden im Vorfeld von Analysten 1,13 Milliarden Franken. Wegen der Marktturbulenzen in den ersten Monaten des Jahres hatten sich viele Kunden und Anleger nicht aus der Deckung gewagt und weniger gehandelt - das schmälerte die Einnahmen und Gebühren der Bank.

"Wir erzielten ein robustes Ergebnis in einem schwierigen Marktumfeld. Wir blieben diszipliniert und
fokussiert und profitierten von unserem diversifizierten Geschäftsmodell", lässt sich UBS-Chef Sergio Ermotti in einem Communiqué der Bank zitieren.

Die Wealth-Management-Einheiten der UBS erwirtschafteten mit 29 Milliarden Franken laut Angaben der Bank die stärksten Zuflüsse von Nettoneugeldern seit 2008. Die Aufteilung zwischen Wealth Management (WM) und WM Americas liegt bei 15,5 Milliarden Franken bzw. 13,6 Milliarden Dollar. 

Entgegen den Erwartungen kündet die UBS keine weiteren Arbeitsplatzabbau an. Sie bestätigte lediglich das Ziel von Einsparungen in der Grössenordnung von 2,1 Milliarden Franken bis Ende 2017. Aktuell stehen die Einsparungen – im Vergleich zur Kostenbasis im Gesamtjahr 2013 – bei 1,2 Milliarden Franken. Bis Mitte Jahr will sie 1,4 Milliarden erreicht haben.

Leichter Rückgang des harten Kernkapitals

In Bezug auf die Kapitalisierung muss die Bank einen leichten Rückgang des harten Kernkapitals hinnehmen. Die Kernkapital-Quote (CET 1-Basel III bei vollständiger Umsetzung) lag per Ende März bei 14,0 Prozent und fiel damit um 50 Basispunkte gegenüber dem Stand von Ende Dezember. Dies habe mit Wechselkurseinflüssen (vor allem US-Dollar) sowie den quartalsweise zurückgestellten Dividendenzahlungen zu tun. Die für die Bank ebenfalls wichtige (ungewichtete) Schweizer Leverage Ratio (SRB Basel III bei vollständiger Umsetzung) erreichte 5,4 Prozent nach 5,3 Prozent Ende 2015.

In ihrem Ausblick bleibt die UBS gewohnt vorsichtig. Zwar sei an den Finanzmärkten jüngst eine gewisse Stabilisierung zu erkennen gewesen, heisst es. Eine Lösung der vielen bestehenden Probleme in naher Zukunft sei aber unwahrscheinlich. Das niedrige Zinsumfeld und die relative Stärke des Schweizer Frankens, insbesondere gegenüber dem Euro, würden das Geschäft weiterhin belasten.

Darüber hätten die angekündigten regulatorischen Verschärfungen für Banken erhöhte Kapitalanforderungen und Kosten zur Folge. Um diesen Effekt abzufedern, setze die UBS ihre Strategie «weiterhin diszipliniert» um und sieht sich «gut aufgestellt», um von einer auch nur moderaten Erholung des Umfelds zu profitieren.

(cash mit Material von AWP und Reuters)