UBS eröffnet Europa-Bank in Frankfurt

Die UBS legt ab 1. Dezember die meisten ihrer europäischen Aktivitäten im Bereich der Vermögensverwaltung in der UBS Europe zusammen.
01.12.2016 16:05
Die UBS in Frankfurt.
Die UBS in Frankfurt.
Bild: cash

Hauptsitz der neuen Tochtergesellschaft ist Frankfurt, wie die UBS am Donnerstag mitteilte. Frankfurt setzte sich im konzerninternen Wettbewerb letztlich gegen Luxemburg durch.

Damit bestätigte die UBS, was die Spatzen bereits seit letzten Sommer von den Dächern pfiffen. Mit dieser neuen Europa-Bank legt die UBS ihre Tochtergesellschaften in Deutschland, Italien, Luxemburg (in der bereits die Niederlassungen in Österreich, Dänemark und Schweden zusammengefasst sind), den Niederlanden und Spanien zusammen.

Die operative Leitung der neuen Tochter übernimmt Thomas Rodermann, der zudem seine bisherige Funktion als Deutschland-Chef beibehalten wird. Präsident des Verwaltungsrats ist der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch. Er war bereits seit 2011 Verwaltungsratspräsident der Deutschland-Tochter.

Zweistelliges Wachstum angestrebt

Mit der neuen Europa-Bank will die UBS in den kommenden Jahren sowohl die verwalteten Vermögen als auch die Gewinne im zweistelligen Bereich steigern, wie Chef Rodermann gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" sagte.

Erreichbar seien diese Ziele, weil durch die neue Struktur eine höhere Kapitaleffizienz erreicht werden könne. Bis anhin hatte die UBS in allen Ländern, die nun zusammengefasst werden eine eigene Banklizenz, die verbunden war mit eigenen Kapitalanforderungen. Bis auf die Lizenz in Deutschland werde die UBS nun alle anderen zurückgeben, sagte Geschäftsleitungsmitglied Andreas Przewloka der "NZZ".

Zudem fielen durch die neue Struktur Doppelspurigkeiten weg und die UBS könne ihre Schweizer Kernplattform für die Vermögensverwaltung nun für alle Ländergesellschaften nutzen.

Verschiedene Standorte evaluiert

Obwohl verschiedene Schweizer Medien bereits im Juli vermeldet hatten, dass der Sitz der Europa-Bank Frankfurt werden würde, hat sich Konzern-Chef Sergio Ermotti den Entscheid offenbar nicht leicht gemacht. Laut "NZZ" hätten als alternative Standorte die Schweiz selbst, London, Mailand oder Luxemburg zur Debatte gestanden.

Ausschlaggebend für Frankfurt seien schliesslich die Bedeutung Deutschlands innerhalb der EU gewesen, der Sitz der Bankenaufsicht bei der Zentralbank in Frankfurt sowie der Vorteil, dass die Schweizer IT-Basis in Frankfurt bereits vorhanden ist.

(AWP/SDA)