UBS erwärmt sich nicht für Twitter-Aktie

Nach dem erfolgreichen Börsendebut von Twitter melden sich erste Analysten zu Wort, auch jene der UBS. Allerdings kann sich die Grossbank nicht so recht für die Aktie des Nachrichtendienstes erwärmen.
19.11.2013 08:45
Von Lorenz Burkhalter
Trotz oder gerade wegen des pompösen Börsengangs sieht die UBS bei der Twitter-Aktie kaum mehr Aufwärtspotenzial.
Trotz oder gerade wegen des pompösen Börsengangs sieht die UBS bei der Twitter-Aktie kaum mehr Aufwärtspotenzial.
Bild: Bloomberg

Der Börsengang von Twitter war nicht nur der am meisten erwartete, er ist auch der erfolgreichste des ganzen Jahres. Obschon die Aktie des Nachrichtendienstes vergangene Nacht unter Verkaufsdruck geriet, steht sie mit 41,14 Dollar noch immer deutlich über dem ursprünglichen Ausgabepreis von 26 Dollar. Das Unternehmen bringt einen Börsenwert von nicht weniger als 22,5 Milliarden Dollar auf die Waage.

Seit wenigen Tagen treffen nun nach und nach erste Unternehmensstudien aus der Analystengemeinde ein. Darunter ist auch eine aus dem Hause UBS. In der Studie stufen die zuständigen Analysten die Aktie im Rahmen einer Erstabdeckung allerdings gerademal mit «Neutral» und einem 12-Monats-Kursziel von 45 Dollar ein.

Unkontrolliertes Wachstum könnte zum Bumerang werden

Die Analysten der UBS sind sich zwar einig, dass Twitter über eine einzigartige Plattform verfügt und an dieser langfristig auch Geld verdienen kann. Allerdings sei das Unternehmen in der Vergangenheit unkontrolliert und schnell gewachsen. Das wiederum habe sich negativ im Wachstum der Benutzerbasis niedergeschlagen. Für Neubenutzer sei es schwierig, sich auf der Plattform zurecht zu finden.

Auf die Jahre 2012 bis 2015 bezogen gehen die Analysten von einem jährlichen Umsatzwachstum von 87 Prozent aus. Mit dieser Prognose liegen sie über den Prognosen anderer Berufskollegen, welche im Schnitt von einem Umsatzwachstum von 79 Prozent ausgehen. Twitter werde die Benutzerbasis weiter steigern und zusätzliche Werbeeinnahmen generieren können.

In Bezug auf die zukünftige Margenentwicklung äussern sich die für die UBS tätigen Analysten jedoch deutlich vorsichtiger als andere aus ihrer Berufsgilde. Bei der Grossbank traut man dem Nachrichtendienst bis Ende 2015 ein jährliches EBITDA-Wachstum von 143 Prozent zu, was unter den Konsensschätzungen von 152 Prozent liegt. Die Analysten begründen ihre vorsichtigere Haltung mit dem hohen Investitionsbedarf, um die Plattform für Neubenutzer attraktiver zu machen und die Geschäftsaktivitäten in Zukunft besser zu koordinieren.

In Kombination mit der mittlerweile stolzen Bewertung sieht die UBS bei der Aktie kaum kursseitiges Aufwärtspotenzial.