UBS-Europabank soll im vierten Quartal starten

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10.10.2016 06:57
Filiale der UBS in Bern.
Filiale der UBS in Bern.
Bild: cash

"Das sollte klappen. Wird es erst Anfang 2017, schafft das keine Probleme", sagte UBS-Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" (Ausgabe 9. Oktober). Auch bezüglich des Standorts halte sich die UBS "verschiedene Optionen offen". In den Medien war bisher Frankfurt als Standort genannt worden.

Er erachte eine solche Europabank als nötig, weil er nicht glaube, dass der Schweizer Finanzplatz einen vereinfachten Zugang zu Europa erhalten werde, so Zeltner. Zudem sei es heute zu teuer, in Europa mehrere Tochtergesellschaften zu betreiben. "Deshalb brauchen wir eine effiziente Bank mit einem europaweiten Niederlassungsnetz." Dabei würden "in gewissen Bereichen" Stellen aus der Schweiz abwandern, aber "nicht so viele", sagte der UBS-Manager auf eine entsprechende Frage. Die IT-Infrastruktur für die Europabank werde die UBS aus der Schweiz betreiben.

Insgesamt gehe er davon aus, dass das Sparprogramm der UBS reiche, sagte Zeltner weiter. Weltweit baue die UBS in der Vermögensverwaltung Hunderte von Stellen ab, wie viele genau, gebe die Bank aber nicht bekannt. Keinen Kommentar gab Zeltner zum jüngsten Geschäftsverlauf in der Vermögensverwaltung. "Dazu nur so viel: Es gab keine negativen Überraschungen an den Märkten."

Der "Brexit" gefährde die europäische Stabilität, er erwarte "zähe Verhandlungen" zwischen der EU und Grossbritannien, sagte Zeltner. "Es kann der Schweiz politisch aber helfen, wenn aufgrund dieser Entwicklungen die zum Teil komplexen Vorgaben aus Brüssel hinterfragt werden." Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass die Attraktivität des internationalen Finanzplatzes London bestehen bleibe. "Längerfristig könnte Grossbritannien als Gewinner aus dem Brexit hervorgehen."

(AWP)