UBS-GV: Boni werden abgesegnet

An der Generalversammlung der UBS befürworten die Aktionäre die Fixlöhne und Boni der Konzernleitung. Auch die weiteren Geschäfte werden angenommen.
07.05.2015 17:02
Von Ivo Ruch, Basel
Sie läuft: Die Generalversammlung der UBS 2015.
Sie läuft: Die Generalversammlung der UBS 2015.
Bild: Screenshot

An der ordentlichen Generalversammlung der UBS in Basel stimmten die Aktionäre sämtlichen Traktanden zu. Sie segneten die Fixlöhne und die Boni der Konzernleitung ab und bestätigten sämtliche Mitglieder des Verwaltungsrates, die sich zur Wiederwahl stellten.

An der diesjährigen GV konnten die Aktionäre zum ersten Mal über die variable Vergütung aller Mitglieder der Konzernleitung für das Geschäftsjahr 2014, die fixe Vergütung der Konzernleitung für das Geschäftsjahr 2016 sowie über die Vergütung des Verwaltungsrates für den Zeitraum von der GV  2015 bis zur GV 2016 abstimmen. Seit Annahme der "Abzocker-Initiative" wird bei der UBS über die variable Vergütung der Konzernleitung retrospektiv und über die Fixlöhne im Voraus abgestimmt.

UBS-CEO Sergio Ermotti hat 2014 gut 400'000 Franken mehr verdient als im Vorjahr . Insgesamt kam er auf 11,2 Millionen Franken, wie aus dem Mitte März veröffentlichten Geschäftsbericht der Bank hervorging. In seiner Ansprache sagte UBS-CEO Sergio Ermotti unter anderem, die UBS arbeite intensiv daran, wichtige Rechtsfälle in naher Zukunft bestmöglich zu lösen. "Wir hoffen hierzu bald mehr sagen zu können", so Ermotti. Und weiter: "Ich sage ganz klar: Das Verhalten von einzelnen in der Vergangenheit ist nicht akzeptabel."

Negativzinsen als grosse Herausforderungen

Axel Weber, Präsident des Verwaltungsrates, ging in seiner Rede auch auf die Negativzinsen und die Aufgabe der Euro-Untergrenze durch die Schweizerische Nationalbank ein. "Ich verstehe zwar den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank zur Aufgabe der Kursuntergrenze aus gesamtwirtschaftlicher Sicht. Er hat jedoch dazu geführt, dass die Schweiz seither die weltweit tiefsten Zinsen aufweist, was für uns als grösste Universalbank der Schweiz eine grosse Herausforderung darstellt." Insgesamt seien die Rahmenbedingungen also alles andere als ideal für eine Bank.

Weiter beschlossen die Aktionäre, für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividendenausschüttung von 0,50 Franken pro Aktie. Zudem wurde über die einmalige zusätzliche Ausschüttung von 0,25 Franken pro Aktie bestimmt.

Die Aktionärsvereinigung Actares, die sich für nachhaltiges Wirtschaften einsetzt, warnte allerdings davor, sich zu früh über eine erhöhte Dividende zu freuen. Viele Rechtsfälle seien noch hängig und mögliche Bussen könnten die Rückstellungen übersteigen. Actares empfahl zudem, die variablen und fixen Vergütungen von Konzernleitung und Verwaltungsrat abzulehnen.

 

Unten stehend der GV-Ticker zum Nachlesen:

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17:40

Als letztes Traktandum von Bedeutung stimmen die UBS-Aktionäre der Vergütung des Verwaltungsrates zu. Und zwar für den Zeitraum 2015 und 2016. Die Gesamtvergütung für das Gremium beträgt 6,2 Millionen Franken. Das wars von der UBS-Generalversammlung 2015 in Basel.

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17:26

Die UBS-Aktionäre vertrauen offenbar ihrer Führungsriege. Sie bestätigen sämtliche Verwaltungsräte, die sich zur Wiederwahl stellen. Die grösste Zustimmung erhält Isabelle Romy, am meisten Nein-Stimmen vereinigt William G. Parrett auf sich. Zudem wählen sie Jes Staley als Nachfolger des zurücktretenden Helmut Panke in den VR.

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17:00

Derzeit haben die UBS-Aktionäre die Gelegenheit, über die Mitglieder des Verwaltungsrats abzustimmen. Auch in diesem Geschäft dürften keine Überraschungen eintreten.

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16:50

Sämtlichen Mitgliedern des UBS-Verwaltungsrats und der Konzernleitung wird die Décharge erteilt, mit einer Mehrheit von 88 Prozent. Auch die variable Vergütung für 2014 in der Höhe von 58 Millionen Franken für die Konzernleitung wird abgesegnet (90 Prozent). Dasselbe gilt für die fixe Vergütung für das Geschäftsjahr 2016 (95 Prozent). Die maximale Vergütung beträgt 25 Millionen Franken. Über diese beiden Geschäfte konnte erstmals abgestimmt werden.

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16:35

Der Vergütungsbericht 2014 für die UBS Group AG wird mit 88 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Dieses Traktandum wurde von der Anlegerstiftung Ethos zur Ablehnung empfohlen. Auch die Ausschüttung einer Dividende von 0,50 Franken pro Aktie und eine einmalige zusätzliche Ausschüttung von 0,25 Franken pro Aktie wird mit grosser Mehrheit angenommen.

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15:50

Unterbrochen durch weitere Wortmeldungen folgen nun die nächsten Traktanden der GV, darunter mehrere Abstimmungen: Die UBS-Aktionäre genehmigen mit 97 Prozent Ja-Stimmen den Jahresbericht, die Jahresrechnung und die Konzernrechnung.

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15:10

Nun stehen verschiedene Voten aus dem UBS-Aktionariat an. Sie handeln von persönlichen Herzensangelegenheiten, bringen aber auch deutliche Kritik an der Konzernleitung an. So fordert beispielsweise die Aktionärsvereinigung Actares eine gründliche Aufarbeitung des Devisenskandals. Dieter Biegger, oberster UBS-Arbeitnehmervertreter, hingegen findet hauptsächlich lobende Worte für seinen Arbeitgeber. Er spricht sich aber auch gegen Stellenabbau aus. "Tragen Sie Sorge zu unserem Arbeitsmarkt." Auch jene Kleinaktionäre fehlen nicht, die das Podium nutzen, um ihr selbstgeschneidertes UBS-Kostüm vorzuführen. Die Message: "Heute habe ich ihnen nichts mitzuteilen." VR-Präsident Axel Weber quittiert solche Auftritte mit einem Schmunzeln.

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14:55

1361 Aktionärinnen und Aktionäre füllen die Halle der Messe Basel bis fast auf den letzten Platz. Das entspricht 76 Prozent der stimmberechtigten UBS-Aktien.

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14:50

Sergio Ermotti zu den Rahmenbedingungen in der Schweiz: "Ich fordere weder Abbau noch Aufweichung bestehender Regulierung...dennoch - wir sollten nicht über das Ziel hinausschiessen."

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14:40

In seiner Ansprache sagt UBS-CEO Sergio Ermotti unter anderem, die UBS arbeite intensiv daran, wichtige Rechtsfälle in naher Zukunft bestmöglich zu lösen. "Wir hoffen hierzu bald mehr sagen zu können", so Ermotti. Und weiter: "Ich sage ganz klar: Das Verhalten von einzelnen in der Vergangenheit ist nicht akzeptabel."

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14:25

Das Thema Fintech ist auch an der UBS-GV heiss. Die UBS sieht sich in diesem Bereich als führend. Mit UBS Advice, einem Computer-Programm zur Überprüfung von Portfolios, waren per Ende 2014 bereits 15 Milliarden Franken investiert.

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14:20

Axel Weber geht auch auf die Negativzinsen und die Aufgabe der Euro-Untergrenze durch die Schweizerische Nationalbank ein. "Ich verstehe zwar den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank zur Aufgabe der Kursuntergrenze aus gesamtwirtschaftlicher Sicht. Er hat jedoch dazu geführt, dass die Schweiz seither die weltweit tiefsten Zinsen aufweist, was für uns als grösste Universalbank der Schweiz eine grosse Herausforderung darstellt." Insgesamt seien die Rahmenbedingungen also alles andere als ideal für eine Bank.

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14:10

Alex Weber, Präsident des UBS-Verwaltungsrates, wendet sich in seiner Begrüssungsrede an seine Mitarbeitenden. Die UBS müsse auf kompetente und loyale Mitarbeitende zählen können. Denn unter anderem ihr Fehlverhalten habe auch im letzten Jahr dazu geführt, dass "wir auch im letzten Jahr hohe Zahlungen leisten, respektive hohe Rückstellungen für ausstehende Urteile bilden mussten", so Weber. Die Bank arbeite daran, die restlichen Altlasten möglichst bald abschliessen zu können.