UBS-Immobilienfonds setzt auf Luxushotel

Der grösste börsenkotierte Immobilienfonds der Schweiz glaubt an Luxushotels in Zürich. Und er hilft der deutschen Designhotelkette Kameha in der Schweiz Fuss zu fassen. Die wichtigsten Fakten und eine Bildergalerie.
26.04.2013 12:45
Von Pascal Meisser
Aussenansicht des künftigen Kameha Grand beim Zürcher Glattpark.
Aussenansicht des künftigen Kameha Grand beim Zürcher Glattpark.
Bild: ZVG

Der Grossraum um den Flughafen Zürich-Kloten ist auf Jahre hinaus eine der grössten Baustellen des Landes. Nebst dem Milliardenprojekt "The Circle" - dem neuen Dienstleistungszentrum des Flughafens - wird auch eine Reihe neuer Hotels aus dem oberen Preissegment aus dem Boden gestampft.

Zu den neuen Häusern gehört das Kameha Grand Zürich, das seit November 2012 im Zürcher Glattpark gebaut wird. Das jünste Kind der deutschen Designhotel-Kette soll dereinst 245 Zimmer und Suiten umfassen. Ergänzt werden diese mit zwei Restaurants, einer Zigarrenlounge sowie einem Luxus-Spa-Bereich. Vorgesehener Eröffnungstermin ist März 2015. Betrieben werden die Hotels unter der Leitung des Deutschen Carsten Rath (46) von der Lifestyle Hospitality & Lifestyle Management - mit Sitz in Ermatingen und Postadresse in Zug.

So wird das Kameha Grand in Zürich aussehen

Hinter dem Hotel im Glattpark steht die Grossbank UBS. Deren Immobilienfonds Sima hat als Investor das Projekt gänzlich übernommen und wird es weiterentwickeln. Daniel Brüllmann, Vertreter der UBS Fund Management, gab sich am Freitag vor den Medien überzeugt, dass man einen hochprofessionellen Betreiber gefunden habe. Der Sima-Fonds ist in 350 Liegenschaften mit einem Wert von 6,7 Milliarden Franken investiert - und damit der grösste börsenkotierte Immobilienfonds der Schweiz. 

Bereits in diesem Spätherbst will Rath in Horgen ein weiteres Hotel eröffnen. Das K-Star soll den Drei-Sterne-Bereich abdecken. Geleitet wird das Projekt im Süden von Zürich von der Immobilienfirma Mobimo. Ein weiteres K-Star könnte in den nächsten Jahren zudem in Andermatt entstehen. Rath sagte wiederholt gegenüber den Medien, dass ihn das Sawiris-Projekt in den Zentralschweizer Alpen "sehr interessiere". Spruchreif ist da allerdings noch nichts. 

Unkonventionelles Design

Kameha gelingt es immer wieder, mit unkonventionellem Design für Aufsehen zu sorgen. Einen Namen gemacht hat sich die Kette mit ihrem Vorzeigehotel in Bonn, dessen Fassade ein Flughafenterminal oder eine Messehalle sein könnte. Das Haus begeisterte die Fachwelt, es wurde mit verschiedenen Auszeichnungen prämiert. In der Zwischenzeit ist aber einiges von diesem Glanz abgebröckelt. Wie die deutsche Immobilien-Zeitung schreibt, fuhr das Hotel seit der Eröffnung 2010 hohe Verluste ein. Der angestrebte Durchschnittspreis von 150 Euro pro Zimmer wurde deutlich verfehlt.

Ähnlichen Schwierigkeiten dürfte auch das Hotel in Zürich gegenüberstehen. Bis zur Eröffnung von "The Circle" in vier Jahren sollen neben dem Kameha Grand drei weitere Hotels aus dem Luxussegment eröffnet werden. Gegen 1000 neue Hotelzimmer werden entstehen. Branchenvertreter befürchten ein Überangebot und zunehmenden Preisdruck.