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«UBS ist wieder ein starker Brand»

Die aktuellen Halbjahreszahlen werden die Schweizer Börse in den kommenden Wochen nicht beflügeln, sagt Marc Hänni von der Bank Vontobel. Und er nennt im cash-Börsen-Talk Gründe, wieso er die UBS der CS vorzieht.
18.07.2014 01:05
Von Ivo Ruch
Marc Hänni, Leiter Aktien Schweiz Vontobel Asset Management, im Börsen-Talk.
Bild: cash

Die Berichtssaison am Schweizer Aktienmarkt hat mit den Resultaten der SMI-Titel Novartis, Givaudan und SGS am Donnerstag so richtig an Fahrt aufgenommen. "Grosse Überraschungen hat es bisher nicht gegeben", sagt Marc Hänni, Leiter Aktien Schweiz bei Vontobel Asset Management, im cash-Börsen-Talk.

Enttäuschend fielen hingegen die Zahlen des Genfer Prüfkonzerns SGS aus. Auch Novartis blieb unter den Prognosen der Analysten. Doch beim Basler Pharmariesen seien die Erwartungen auch hoch, sagt Hänni. Ganz anders bei den beiden Grossbanken. CS und UBS traut der Aktienexperte zu, "dass sie weniger schlecht sind als ursprünglich angenommen". Insbesondere der Brand UBS habe sich im Bereich Vermögensverwaltung wieder etabliert. Gerad im Zufluss von Neugeldern ist die UBS wieder ein Magnet. Und bei der Betreuung von Reichen und Superreichen ist sie nach wie vor weltweit die Nummer eins, wie aktuelle Zahlen zeigen. Aus diesen Gründen bevorzugt Hänni auch die UBS gegenüber der CS, die in der nächsten Woche das Zahlenset vorlegt.

Übernahmen bleiben ein Thema

Am breiten Aktienmarkt konnte bislang EMS Chemie die Anlegergemeinde einmal mehr positiv überraschen. Hänni erwartet zudem von Geberit, Straumann, ams und Implenia überzeugende Resultate. Weniger optimistisch ist er hingegen für die Zwischenberichte von Kuoni und Sulzer.

Zudem sorgte der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli mit der Übernahme des US-Konkurrenten Russell Stover Candies für Aufsehen. Übernahmen werden gerade bei den kleinen und mittleren Unternehmen laut Hänni auf der Agenda stehen bleiben. "Das Zinsniveau ist attraktiv, um Fremdkapital aufzunehmen. Zudem befinden sich viele Unternehmen in einer guten finanziellen Verfassung."

Die Performance des Schweizer Aktienmarktes ist in den letzten Wochen ein wenig ins Stocken geraten. Das Jahresplus von knapp 4,5 Prozent hat sich der Swiss Market Index (SMI) grösstenteils in den ersten fünf Monaten erarbeitet. Daran werde auch die laufende Berichtssaison nicht viel ändern, sagt Hänni. "Ich glaube nicht, dass sich der Markt aufgrund der Halbjahreszahlen stark weiterentwickelt. Ich kann mir eher eine Verschnaufpause im Sommer vorstellen." Zulegen werde der Markt wohl erst wieder am Übergang vom dritten ins vierte Quartal.

Im Börsen-Talk äussert sich Marc Hänni zudem zu einer möglichen Dividendenerhöhung der UBS. Und der Aktienspezialist gibt einen Ratschlag, wie Quartalszahlen für die Beurteilung des zukünftigen Aktienkurses herangezogen werden können.