UBS punktet mit Schweiz-Geschäft und Neugeld

Dank eines guten Schweizer Geschäfts hat sich die UBS im dritten Quartal einigermassen behauptet. Vorbörslich steigt die Aktie deutlich.
28.10.2016 08:19
Trotz Schwächen zeigt sich UBS-Chef Sergio Ermotti mit dem Resultat zufrieden.
Trotz Schwächen zeigt sich UBS-Chef Sergio Ermotti mit dem Resultat zufrieden.
Bild: cash

Unter dem Strich verdiente die grösste Schweizer Bank in der Periode von Juli bis September 0,83 Milliarden Franken, im dritten Quartal 2015 waren es wegen eines hohen (positiven) Steuereffektes 2,07 Milliarden Franken und im Vorquartal 1,03 Milliarden Franken gewesen.

Auf Vorsteuerebene erzielte sie einen Gewinn von 0,88 Milliarden Franken (VJ 0,79 Milliarden), bereinigt um Sonderfaktoren waren es gar 1,30 Milliarden Franken (+33 Prozent gg. VJ). Als Sonderfaktoren genannt werden u.a. eine Nettohöherbewertung von latenten Steueransprüchen von 424 Mio Franken oder zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle von 408 Mio Franken.

Vorbörslich ist die UBS-Aktie die einzige, die einen Kursanstieg zeigt. Die Valoren legen um 1,8 Prozent zu, während der SMI im Zeichen schlechter Vorgaben um 0,05 Prozent fällt. Im bisherigen Gesamtjahr hat die UBS an der Börse deutlich gelitten und ihr Aktienkurs ist aktuell 30 Prozent tiefer als am Jahresanfang. Der Leitindex SMI, dem die UBS-Aktie angehört, tendiert aktuell 10,5 Prozent tiefer als Anfang Januar.

Vorsteuer-Prognose übertroffen

Die gesamten Erträge erreichten derweil 7,03 Milliarden und waren damit etwas tiefer als im Vorjahres- wie auch im Vorquartal. Bei Aufwendungen von 6,15 Milliarden Franken gab sich zuletzt eine Cost/Income Ratio von 87,5 Prozent, wie die Bank am Freitag mitteilte. Besonders erfreut zeigt sich die Bank vom Ergebnis der Vermögensverwaltungseinheiten und dem Schweizer Geschäft. Im Investmentbanking litt die Bank im Vergleich zur Konkurrenz unter der höheren Präsenz in den asiatischen und europäischen Märkten.

Insgesamt lag die UBS mit ihren Quartalszahlen etwas über den Erwartungen von Analysten. Diese hatten gemäss AWP-Konsens einen Reingewinn von 835 Mio, einen Vorsteuergewinn von 666 Mio sowie Erträge von 6,88 Milliarden Franken prognostiziert.

Ermotti zufrieden

CEO Sergio Ermotti zeigt sich in der Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis: "Es war ein starkes Ergebnis über alle Unternehmensbereiche hinweg, trotz Saisoneffekten sowie den anhaltend schwierigen makroökonomischen, geopolitischen und marktbedingten Verhältnissen."

Die Grossbank hat auch weiter an ihrer Kostenbasis gearbeitet und Berichtsquartal zusätzliche 100 Mio Franken eingespart; im laufenden Kostensparprogramm (2,1 Milliarden bis Ende 2017 gegenüber Kostenbasis 2013) steht sie damit bei 1,5 Milliarden. Sie sieht sich auf Kurs, das Ziel im genannten Rahmen zu erreichen.

Ausserdem hat die UBS weitere Neugelder angezogen. Insgesamt sind es bei den Wealth Management Einheiten 9,4 Milliarden Franken, im Bereich Wealth Management Americas 0,8 Milliarden USD.

Vorsichtiger Ausblick

Mit Blick nach vorne bleibt die UBS allerdings gewohnt zurückhaltend. Die zugrunde liegende makroökonomische und geopolitische Unsicherheit trage zu anhaltender Risikoaversion der Kunden sowie generell niedrigen Transaktionsvolumen bei, heisst es dazu. Die tiefen bzw. negativen Zinsen stellten zudem nach wie vor eine bedeutende Belastung dar. Eine Aufhellung dieser Bedingungen ist nach Ansicht der Grossbank in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich.

Zudem werde die Umsetzung der neuen Bankkapitalstandards in der Schweiz sowie die angekündigten weiteren Anpassungen des internationalen regulatorischen Rahmens für Banken steigende Kapitalanforderungen und Kosten zur Folge haben.

Die UBS sieht sich aber gut aufgestellt, um diesen Herausforderungen zu begegnen und von einer auch nur moderaten Erholung des Marktumfelds zu profitieren. "Wir werden unsere Strategie weiterhin diszipliniert umsetzen sowie Risiken und Ressourcen umsichtig bewirtschaften", bekräftigt CEO Ermotti den eingeschlagenen Kurs.

 

(AWP/cash)