UBS sieht hohe Kosten auf Banken zukommen

Die Bankenanalysten der UBS warnen vor Rechtskosten in zweistelliger Milliardenhöhe. Die hiesigen Banken halten sie jedoch für weniger stark betroffen als ausländische Institute.
17.12.2013 08:28
Von Lorenz Burkhalter
UBS-Analysten sehen hohe Kosten auf Konkurrenz zukommen.

Mit der Rekordbusse gegen die Deutsche Bank und den milliardenschweren Vergleichen mit JP Morgan und Bank of America haben die Aufsichtsbehörden deutliche Zeichen gesetzt. In einer Branchenstudie warnt die UBS, dass es den Behörden sehr ernst ist und weitere Rechts- und Prozesskosten in Milliardenhöhe auf die Banken zukommen.

Mit den in Europa gegen mehrere Banken verhängten Strafen wegen Zinsmanipulation sei der Skandal zwar weitestgehend ausgestanden. Im amerikanischen Hypothekargeschäft werde es für die Banken möglicherweise jedoch noch einmal teuer, so die Grossbank. Die UBS sieht alleine in diesem Bereich noch einmal Kosten von 50 bis 70 Milliarden Dollar auf die betroffenen Unternehmen zukommen.

Entwarnung aus Sicht der Schweizer Banken

Im Zusammenhang mit möglichen Vergehen im amerikanischen Hypothekargeschäft müsse sich neben der Bank of America auch die Royal Bank of Scotland warm anziehen, so die Verfasser der Branchenstudie. Während erstere bereits Rückstellungen gebildet habe, befinde sich letztere erst am Anfang des ganzen juristischen Prozesses.

Auch auf die Citigroup und Barclays kämen weitere substanzielle Rechtskosten zu. Das sei den Märkten allerdings weitestgehend bekannt und berge daher kaum Überraschungspotenzial. Unklar bleibe hingegen, ob es im Zinsmanipulationsskandal zu zivilrechtlichen Schadenersatzklagen komme. Ob und wenn ja in welchem Ausmass, sei aus heutiger Sicht nur schwer abschätzbar.

Anleger müssen bei den Dividendenerwartungen über die Bücher

Der UBS zufolge beziffern die meisten der betroffenen Banken die Rechtsrisiken auf 2 bis 4 Prozent der Börsenkapitalisierung. Allerdings handle es sich bei diesen Zahlen um die abseh- und quantifizierbaren Risiken.

Die Grossbank selber erwartet bei diesen Banken durchschnittlich eine Gewinnschmälerung von rund 5 Prozent über die kommenden Quartale und berücksichtigt in diesem Zusammenhang einen Abschlag von rund 6 Prozent in den jeweiligen Bewertungsmodellen.

Das grösste Risiko sei aus Aktionärssicht, dass sich die derzeitigen Dividendenerwartungen als zu hoch erweisen. Auch bei den diesbezüglichen Prognosen liegt die UBS bei vielen Banken unter den Markterwartungen. Das gilt insbesondere für Barclays und die Citigroup.