UBS-Studie - Altersvorsorge 2020 zementiert die Umverteilung von Jung zu Alt

Die demografische Entwicklung in der Schweiz führt zukünftig zu grossen Finanzierungslücken, vor allem zu Ungunsten der jüngeren Generation.
23.05.2017 10:55
Senioren geniessen den sonnigen Nachmittag.
Senioren geniessen den sonnigen Nachmittag.
Bild: Bloomberg

Den Vermögensreserven der 1. Säule stehen laut einer Studie der UBS ungedeckte Leistungsversprechen von rund 1'000 Milliarden Franken gegenüber. Dies entspreche einer Finanzierungslücke von 173,4% des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Daher seien auch zukünftig einschneidende Reformen nötig, um die AHV nachhaltig zu finanzieren.

Die im Zuge der Abstimmung zur Altersreform 2020 im Herbst verfasste Studie zur Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit der Reform stellt fest, dass die Finanzierungslücken im Falle einer Umsetzung der Abstimmungsvorlage keinesfalls gestopft werden können. "Wird die Reform umgesetzt, so würde die Lücke zwar um rund ein Fünftel auf 135,1% des BIP sinken", sagt Veronica Weisser, Vorsorgeexpertin bei der UBS.

Im Hinblick auf die einzelnen Massnahmen zeige sich zudem ein ambivaltentes Bild. "Die Mehrwertsteuererhöhung von 0,6 Prozentpunkten trägt anteilsmässig den grössten Teil bei, nämlich rund 29% des BIP", so Weisser. Daneben seien es mit 15,6% bzw. 15,4% vor allem die Harmonisierung des Referenzalters von Frauen und Männern sowie die Erhöhung des AHV-Beitragssatzes.

70 Franken schlagen zu Buche

Demgegenüber sorgen die Flexibilisierung des Renteneintritts und die Erhöhung des Plafonds für Ehepaare laut Weisser für eine Vergrösserung der Lücken. Mit 24,8% des BIP sei aber die Erhöhung der Altersrenten um 70 CHF der grösste Belastungsfaktor für die AHV-Finanzierung. Ausserdem werde es relativ gesehen günstiger früher in Rente zu gehen und teurer länger zu arbeiten, resümiert Weisser.

Generell führe die Vorlage in dieser Form daher zur ungleichmässigen Belastung der Generationen. Laut Studie müsste vor allem die jüngere Generation die Sanierungslast der Reform tragen. Jahrgänge die kurz vor der Pensionierung stehen, seien hingegen durchschnittlich sogar bessergestellt. Daher seien weitere Reformen auch nach einer möglichen Umsetzung der Altersvorsorge 2020 unvermeidlich.

(AWP)