UBS-Taucher drückt SMI tief ins Minus

Die Schweizer Börse gibt am Dienstag deutlich nach. Ein guter Teil des Kursrückgangs war dem Kurssturz der UBS geschuldet.
02.02.2016 11:00
Nichts geht mehr: Die Schweizer Börse fällt am Dienstagmorgen tief ins Minus.
Nichts geht mehr: Die Schweizer Börse fällt am Dienstagmorgen tief ins Minus.
Bild: cash

Der SMI sinkt bis 11 Uhr um 1,7 Prozent auf 8169 Punkte. Die UBS hat mit ihrem Ergebnis enttäuscht. Händler sagen, die Bilanz der Schweizer Grossbank falle in ein ohnehin schon durch Konjunktursorgen und sinkende Ölpreise getrübtes Umfeld. Am Montag hatten enttäuschende Konjunkturzahlen aus China und den USA die Märkte nachgeben lassen.

Die UBS-Aktien sacken 7,9 Prozent ab - so stark wie zuletzt im Januar letzten Jahres, nachdem die Schweizer Notenbank die Euro-Anbindung des Frankens aufgegeben hatte. Die Grossbank erzielte 2015 mit 6,2 Milliarden Franken zwar den höchsten Gewinn seit fünf Jahren und übertraf die Erwartungen auf den ersten Blick. Händler bemerkten allerdings, dass der Gewinn von einer Steuergutschrift profitiere und das Ergebnis operativ enttäusche. Im vierten Quartal seien die Gewinnmargen gesunken. "Dafür kann sich die Dividendenrendite von fünf Prozent sehen lassen", sagte ein Börsianer. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) stufte die Grossbank auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" zurück.

Die Anteile von Rivale Credit Suisse sinken im Sog des UBS-Kurseinbruchs um 4,3 Prozent. Die CS will am Donnerstag ihren Jahresbericht veröffentlichen. Die Anteile der Versicherungen verlieren bis zu 2 Prozent an Wert.

Givaudan trotzt dem Negativtrend

Gegen den Trend fester sind die Aktien von Givaudan mit einem Plus von 1,3 Prozent. Der Aromen- und Riechstoffhersteller hat im Vorjahr besser als erwartet verdient und seine mittelfristigen Ziele bekräftigt .

Am Tag vor der Ergebnisveröffentlichung werden die Aktien von ABB und Syngenta um 1,7 und 1 Prozent tiefer gehandelt. Die Anleger interessierten sich mehr für die Zukunft des Elektrotechnikkonzerns und des Saatgutherstellers als für deren Zahlen, sagen Händler. Um Syngenta ranken sich seit längerem Übernahme- und Fusionsspekulationen. Bei ABB heisst es immer wieder, der Grosskonzern könnte auf Druck seiner Grossaktionäre einen Teil seines Geschäfts verkaufen.

Die als krisenresistent geltenden Index-Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé verlieren um 1 Prozent.

AMS nach Zahlen gesucht

Am breiten Markt stechen die Aktien von AMS mit einem Kurssprung von 5 Prozent heraus. Die Chip- und Sensor-Firma hat im letzten Jahr besser als erwartet abgeschnitten.

Das Übernahmeangebot der schwedischen Beteiligungsgesellschaft EQT schiebt die Aktien von Kuoni fast 19 Prozent auf 362,50 Franken hoch. EQT will für den traditionsreichen Reisekonzern 370 Franken je Aktie zahlen.

(Reuters)