UBS und Credit Suisse - Das Misstrauen gegenüber Bankaktien bleibt gross

Die Leserinnen und Leser von cash.ch haben darüber abgestimmt, ob ihnen die Aktien der Grossbanken behagen. Das Urteil fällt mehrheitlich negativ aus.
26.10.2018 14:02
Marc Forster
Konzernzentralen von UBS und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Konzernzentralen von UBS und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: cash

Weit mehr als die Hälfte von rund 5000 Personen, die auf cash.ch ihre Stimme abgegeben hat, lässt die Finger von den Titeln der UBS und der Credit Suisse. 61 Prozent sagten damit aus, dass selbst der tiefere Kurs der beiden Aktien nicht zum Kauf einlade.

Entsprechend sind 39 Prozent der Meinung, dass mit dem gesunkenen Kurs ein Einstieg grundsätzlich attraktiver geworden sei. Damit befindet sich eine Minderheit auf der Seite von vielen Analysten in der Schweiz und im Ausland, welche die beiden Aktien zum Kauf anpreisen.

UBS wie Credit Suisse wird attestiert, Wachstumspotential im Vermögensverwaltungsgeschäft weiter nutzen zu können, vor allem in Asien, wo sich dank wirtschaftlichen Booms die Zahl der Millionäre fast stündlich erhöht. Optimistische Bankenspezialisten gehen auch davon aus, dass dank Kostensenkungen die Profitabilität der beiden Banken steigt.

In den Kursen spiegelt sich dieser Optimismus aber zurzeit nicht. Die UBS-Aktie ist mit einem Kurs von 13,14 Franken so wenig wert wie zuletzt im November 2016. Das Drittquartalsresultat, das gestern vorgelegt wurde, hat die Märkte zunächst erfreut: Mit 1,25 Milliarden Franken Quartalgewinn übertraf die Bank die Prognosen, und auch neu gesetzte, aber realistisch tönende Mittelfristziele kamen gut an.

Doch der Ergebnisbeitrag des UBS-Paradepferds Vermögensverwaltung fiel geringer aus als erwartet. Deswegen erstaunte es einige, dass die Aktie gestern mit einem Plus von 1,1 Prozent aus dem Handel gingen. Heute fällt der Kurs bereits wieder, wenn auch in einer generell schlechten Marktstimmung.

Die Kursentwicklung der CS-Aktie ist ebenfalls ernüchternd, und der Titel ist wieder etwa so viel wert wie vor einem Jahr, nachdem es bis Januar zunächst zu einer Rally gekommen war. Die Credit Suisse stellt ihre Zahlen am nächsten Donnerstag vor.

Was die Banken trotz Wachstumsinitiativen und Strategieupdates nicht wegdiskutieren können: Das Kostenniveau bei den beiden Konzernen ist immer noch hoch. Was vielen Anlegern sauer aufstösst, sind die weiterhin hohen Boni. Der so genannte Bonuspool der beiden Banken ist je etwa drei Milliarden Franken gross, von Jahr zu Jahr einmal etwas mehr, einmal etwas weniger.

Anleger, welche eine der beiden oder beide Aktien besitzen, klagen oft und gern über diese Riesensummen, die zulasten des Gewinns gehen. Und wer die Aktien nicht besitzt, wird sich nicht zuletzt deswegen nicht kaufen – abgesehen davon, dass die Resultate von Quartal zu Quartal unterschiedlich ausfallen und sich die Wachstumsträume der beiden Banken nur teilweise verwirklichen.