«UBS und CS sind Branchenfavoriten»

Stefan Isaacs erklärt im cash-Video-Interview, wieso er im kommenden Jahr auf Unternehmensanleihen aus dem Finanzsektor setzt. Zu den Favoriten des Obligationenexperten von M&G Investments gehören Schweizer Banken.
20.11.2013 15:19
Von Pascal Meisser
Stefan Isaacs, Fondsmanager bei M&G Investments, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Obligationenanleger schauen auf ein gutes Jahr zurück - trotz der tiefen Zinsen. Der Markt für Hochverzinsliche hat beispielsweise Renditen von bis zu zehn Prozent abgeworfen. Das ist eine der besten Performances der letzten Jahre. Aber auch Unternehmensanleihen, ebenfalls eines der gesuchten Segmente im 2013, haben im hohen einstelligen Bereich zugelegt.

"Das Umfeld für Anleihen bleibt weiterhin gut", sagt Stefan Isaacs, der bei der britischen M&G Investments zwei Obligationenfonds führt, im cash-Video-Interview. In seinem Fokus steht vor allem der Finanzsektor - und dabei hauptsächlich die Schweizer Grossbanken. "Die Anleihen der UBS und Credit Suisse zählen zu meinen Sektorfavoriten", sagt Isaac.

Für die UBS spreche, dass die Bank den Weg zu einem fokussierten Geschäftsmodell bereits eingeschlagen habe. Die Credit Suisse komme ebenfalls zu Gute, dass sie schrittweise die Abhängigkeit vom Investment Banking reduziere. Er ist überzeugt, dass im Zuge dieser Restrukturierungen deren Bonds vom Markt neu bewertet werden. 

Notenbanken als grösster Risikofaktor

Auch für andere Banken in Europa ist Isaac zuversichtlich. Neben der UBS und Credit Suisse setzt der Bond-Experte auch auf die britischen Institute Lloyds und Royal Bank of Scotland und auf spanische Banken. "Diese haben von der Erholung bei den Pfandbriefen profitieren können. Hier bleibe ich weiterhin zuversichtlich", so Isaac. Vorsichtig ist er einzig bei den französischen Banken, diese hält er auf "Untergewichten".

Seiner Meinung nach wird der europäische Bankensektor die Erholung weiter vorantreiben. "Alleine in den nächsten fünf Jahren wird der Sektor weiter deutlich entschulden. Das verbessert nicht nur die Situation auf der Eigenkapitalseite, sondern es steigert auch den Druck auf die Investoren, den Sektor als besser einzustufen", sagt Isaac im Video-Interview.

Einer der grössten Unsicherheitsfaktoren für den Bond-Markt ist die Geldpolitik der Notenbanken. Ein Tapering der US-Notenbank Fed wird sich auf die Entwicklung der Anleihenpreise auswirken. "Entscheidend wird sein, ob das Fed abrupt oder sanft die Käufe abbremst", sagt Isaac. Diese Unsicherheiten werden in den kommenden Monaten zu einer höheren Volatilität bei Anleihen - und gleichzeitig zu Kaufgelegenheiten - führen.

Im Video-Interview sagt Isaac zudem, wieso weiterhin eine grosse Nachfrage nach Obligationen besteht und wie er den Hochzinsanleihen-Markt einschätzt.