UBS verdient deutlich mehr als vorausgesagt

Die UBS hat im zweiten Quartal einen Gewinn von 1,03 Milliarden Franken geschrieben. Das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahr, aber deutlich über den Prognosen der Analysten.
29.07.2016 07:21
UBS-Leuchtkörper an einer Bankfiliale am Talacker in Zürich.
UBS-Leuchtkörper an einer Bankfiliale am Talacker in Zürich.
Bild: cash

Die UBS hat im zweiten Quartal 2016 überraschend gut abgeschnitten und mehr verdient als von Analysten geschätzt. Bezüglich Ausblick für die nächsten Quartale bleibt sie zwar gewohnt vorsichtig, sieht sich allerdings gut aufgestellt, um bei einer möglichen Erholung bessere Resultate zu erzielen.

Unter dem Strich hat die grösste Schweizer Bank in der Periode von April bis Juni 1,03 Mrd CHF verdient, im zweiten Quartal 2015 waren es 1,21 Mrd CHF gewesen, im von schwierigen Umfeld stark geprägten Vorquartal 707 Mio CHF. Auf Vorsteuerebene erzielte sie einen Gewinn von 1,49 Mrd CHF (VJ 1,64 Mrd), bereinigt um Sonderfaktoren waren es gar 1,67 Mrd CHF. Als Sonderfaktoren genannt werden u.a. Nettorestrukturierungskosten von 377 Mio CHF, ein Veräusserungsgewinn (Visa Europe) von 123 Mio sowie Gewinne aus Immobilienverkäufen in der Schweiz von 120 Mio CHF.

Die gesamten Erträge erreichten derweil 7,40 Mrd und waren damit höher als im Vorquartal, aber unter dem Vorjahr. Bei Aufwendungen von 5,92 Mrd CHF gab sich zuletzt eine Cost/Income Ratio von 79,8%, wie die Bank am Freitag mitteilte.

Insgesamt lag die Bank mit ihren Quartalszahlen über den Erwartungen von Analysten. Diese hatten gemäss AWP-Konsens einen Reingewinn von 730 Mio und einen Gewinn vor Steuern von 1,11 Mrd CHF prognostiziert.

UBS-CEO Sergio Ermotti zeigt sich zufrieden

CEO Sergio Ermotti zeigt sich in der Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis: "Wir erzielten dieses starke Resultat, indem wir unsere Kunden unterstützten, mit den anhaltend schwierigen Marktbedingungen umzugehen. Dabei haben wir unsere Risikodisziplin beibehalten und die Kosten weiter reduziert. UBS ist in einer soliden Position mit einer starken Kapitalbasis, einer klaren Strategie und einem breit diversifizierten Geschäftsmodell."

Ein weiteres Sparprogramm wurde - obwohl von Marktkreisen zum Teil gefordert - nicht angekündigt. Per Mitte 2016 habe man das angekündigte Kostensparziel von netto 1,4 Mrd erreicht, was einer Verbesserung um 200 Mio CHF im Berichtsquartal entspricht, heisst es. UBS mache damit Fortschritte im Hinblick auf die angestrebten Nettoeinsparungen von 2,1 Mrd CHF bis Ende 2017, obwohl die Bank weiterhin substanziell höhere Regulierungskosten absorbiere. Sie betont allerdings, dass sie "im derzeit anspruchsvollen Umfeld umsichtige Massnahmen" treffe, um unternehmensweit Kosten zu senken.

Vorsichtiger Ausblick

In ihrem Ausblick bleibt die UBS gewohnt vorsichtig. Die Marktvolatilität, die makroökonomische Unsicherheit und erhöhte geopolitische Spannungen hätten zu anhaltender Risikoaversion der Kunden sowie generell niedrigen Transaktionsvolumen beigetragen. Es sei unwahrscheinlich, dass sich diese Bedingungen in naher Zukunft ändern würden, heisst es dazu. Die tiefen bzw. negativen Zinsen sowie die relative Stärke des Frankens stellten zudem nach wie vor eine "bedeutende Belastung" dar.

Und darüber hinaus erwähnt die Bank auch die Änderungen der schweizerischen Kapitalstandards sowie die angekündigten Anpassungen des internationalen regulatorischen Rahmens, welche steigende Kapitalanforderungen und Kosten zur Folge haben würden. Die UBS sei aber "gut aufgestellt", um von einer auch nur moderaten Erholung des Umfelds zu profitieren und werde ihre Strategie "weiterhin diszipliniert umsetzen, um die genannten Effekte abzufedern", schreibt sie.

(AWP)