UBS-Verwaltungsratspräsident sagt Dollar grosse Zukunft voraus

Der Euro kann dem Dollar laut UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber den Rang als Weltleitwährung auf absehbare Zeit nicht streitig machen.
18.11.2016 16:15
Der deutsche UBS-VR-Präsident Axel Weber stellt dem Euro kenne gute Prognose.
Der deutsche UBS-VR-Präsident Axel Weber stellt dem Euro kenne gute Prognose.

Die Bedeutung der europäischen Gemeinschaftswährung gehe international derzeit eher zurück, sagte der frühere Bundesbankchef am Freitag auf dem "SZ-Wirtschaftsgipfel" in Berlin. Er äusserte sich dabei nicht zu den Auswirkungen des Sieges von Donald Trump bei der US-Wahl auf den Devisenmarkt. Der Euro sei jedoch nicht mehr in einer Position, auf die amerikanischen Währung aufschliessen zu können. Gemeinsam mit dem Yen und dem chinesischen Renminbi sehe er sich international in Zukunft vielmehr einer wachsenden Vormachtstellung des Dollar gegenüber und müsse sich in einer Art "zweiter Liga der Währungen" dahinter positionieren.

Die europäische Gemeinschaftswährung habe ohnehin ihre Krise noch nicht überwunden. "Der Euro ist nur etwas aus den Nachrichten verschwunden. Aber es wird nicht dabei bleiben", prophezeite Weber, der 2011 nach Differenzen über den geldpolitischen Kurs der EZB als Chef der deutschen Bundesbank zurückgetreten war. "Die Kosten, den Euro stabil zu halten, werden uns noch eine Weile begleiten." Die Niedrigzinspolitik der EZB, in deren Rat er einst als Bundesbankchef sass, sieht Weber kritisch. Bürger neigten verstärkt zum Sparen, weil sie wegen der Nullzinsen Sorgen um die Altersversorge hätten. Das Wachstum werde daher nicht nennenswert in Schwung kommen. "Ich sehe die Nullzinspolitik eher als Teil des Problems als Teil der Lösung."

(Reuters)