UBS will SNB-Stabfunds zurückkaufen

Die UBS plant im vierten Quartal den Rückkauf der faulen Papier aus der Finanzkrise, die 2008 in den Wirren der Finanzkrise von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) übernommen worden waren.
30.07.2013 09:23
Aus Ramsch wurde eine Goldgrube: Die UBS steht vor dem Rückkauf der toxischen Papiere.
Aus Ramsch wurde eine Goldgrube: Die UBS steht vor dem Rückkauf der toxischen Papiere.
Bild: Bloomberg

Die UBS beabsichtige, die Option für den Rückkauf des Eigenkapitalanteils der SNB-Zweckgesellschaft im vierten Quartal dieses Jahres auszuüben, teilte sie am Dienstag zusammen mit den detaillierten Quartalszahlen mit. Dadurch dürfte sich die BIZ-Kernkapitalquote (CET1) gemäss Basel III auf Basis einer vollständigen Umsetzung um weitere 70-90 Basispunkte verbessern. Der Rückkauf wird möglich, weil das Darlehen der SNB vollständig zurückbezahlt sein wird. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte die SNB der Bank den Rückkauf noch verweigert, weil dies die Eigenkapitalsituation belastet hätte.

Bereits im Berichtsquartal hat die UBS weitere Fortschritte bezüglich Kapitalausstattung gemacht. Die Kernkapital-Quote (CET 1-Basel III vollständige Umsetzung) per Mitte Jahr lag - wie vorab bereits gemeldet - bei 11,2% nach 10,1% Ende März.

Restrukturierung geht weiter

Und die Bank arbeitet auch weiter an ihrer Restrukturierung hin zu einem verstärkten Fokus auf die Vermögensverwaltung und der Konzentration im Investmentbanking auf gewisse Kernbereiche. Sie hat entsprechend die risikogewichteten Aktiven um weitere 20 Mrd CHF auf noch 239 Mrd abgebaut und die Bilanz um 85 Mrd CHF auf noch 1'129 Mrd CHF verkleinern können. Die Zahl der Beschäftigten (FTE) sank im zweiten Quartal um gut 1'000 auf noch 60'754.

Trotz des relativ guten Geschäftsgangs hält die UBS an ihrem Ende 2012 im Rahmen der Fokussierung bekanntgegebenen Stellenabbau fest. Bis Ende Jahr dürfte der Bestand auf rund 60'000 Stellen sinken. Der Plan der Bank ist, 2015 noch rund 54'000 Mitarbeiter zu beschäftigen. Damit wären rund 10'000 Stellen weggefallen, rund ein Viertel davon in der Schweiz.

Unter dem Strich verdiente die Bank - wie letzte Woche bereits mitgeteilt - 690 Mio CHF. Das sind 30% weniger als im Vorquartal, aber rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Der adjustierte Gewinn vor Steuern erreichte 1'022 Mio CHF, auf rapportierter Basis waren es mit 1'020 Mio CHF unwesentlich weniger. Für einmal gab es nur zwei Effekte, die sich ausserdem gegenseitig mehr oder weniger ausglichen. Wie ebenfalls bereits berichtet, hat die UBS im Berichtsquartal ausserdem Kosten vor Steuern von insgesamt 865 Mio CHF für Rechtsfälle sowie sonstige Rückstellungen und Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte verbucht.

36 Milliarden Neugeld im Halbjahr

Konzernchef Sergio Ermotti zeigte sich in der Mitteilung erfreut: "Ich bin mit diesem Quartalsergebnis sehr zufrieden. Es zeigt, dass wir die richtige Strategie gewählt haben und bei der Umsetzung rascher vorankommen als geplant", wird er zitiert.

Sehr angetan zeigte sich Ermotti von den Vermögensverwaltungs-Einheiten. Der Bereich Wealth Management habe unter Ausklammerung des Aufwands im Zusammenhang mit dem Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien und von Restrukturierungskosten den höchsten Gewinn seit vier Jahren ausgewiesen. Er erreichte 557 Mio CHF, verglichen mit 664 Mio im Vorquartal, unter Ausklammerung des Aufwands resultierte ein Vorsteuergewinn von 711 Mio CHF. Die Bruttomarge sank zwar um einem Basispunkt auf 90 Basispunkte, da die durchschnittlichen verwalteten Vermögen rascher zunahmen als die Erträge, wie es hiess. Ein weiterer Grund dafür ist die Tatsache, dass ein Grossteil des Neugeldes von den sehr reichen Kunden komme, die zwar eine geringere Bruttomarge brächten, aber das Kosten/Ertragsverhältnis verbessern würden.

Wealth Management Americas wies einen Gewinn vor Steuern von 243 Mio CHF aus, verglichen mit 234 Mio CHF im Vorquartal. Insgesamt flossen den beiden Wealth-Management-Einheiten im bisherigen Jahresverlauf 36 Mrd CHF an Nettoneugeld zu, wovon knapp 13 Mrd im zweiten Quartal.

Die Investment Bank verzeichnete einen Gewinn vor Steuern von 775 Mio CHF, gegenüber 977 Mio im Vorquartal. Sowohl Corporate Client Solutions als auch Investor Client Services hätten niedrigere Erträge ausgewiesen, heisst es. Der Geschäftsaufwand verringerte sich aber um 18% auf 1'475 Mio CHF, vor allem aufgrund niedrigerer Abgrenzungen für variable Vergütungen.

Zurückhaltender Ausblick

Bezüglich der weiteren Entwicklung der Märkte gibt sich die UBS zurückhaltend. Im laufenden Quartal könnten das Kundenvertrauen und die Kundenaktivitäten unter den nach wie vor fehlenden Fortschritten bei der Staatsschuldenkrise in Europa, den Problemen im Bankensystem und den US-Haushaltsproblemen sowie dem durchwachsenen Ausblick für das Weltwirtschaftswachstum leiden, so die Einschätzung der Bank. Die Marktreaktion auf das mögliche Ende der quantitativen Lockerung in den USA zur Jahresmitte würden daran erinnern, dass die Herausforderungen trotz expansiver Geldpolitik rund um den Globus nicht gelöst seien.

Weitere Ergebnisverbesserungen dürften unter den herrschenden Marktbedingungen deshalb unwahrscheinlich sein, so die UBS weiter. Zusammen mit dem saisonalen Rückgang der Aktivitäten infolge der Urlaubszeit dürfte dies Druck auf das Ertragswachstum, die Nettozinsmargen und den Nettoneugeldzufluss ausüben. Dennoch bleibt die Bankführung zuversichtlich, dass das eigene Vermögensverwaltungsgeschäft dank des Vertrauens der Kunden weiterhin Nettoneugelder anziehen wird und dass die ergriffenen Massnahmen den langfristigen Erfolg des Unternehmens gewährleisten und in Zukunft nachhaltige Renditen für unsere Aktionäre generieren werden.