UBS-Zahlen befeuern Aktienkurs

Die UBS hat im dritten Quartal 762 Millionen Franken verdient. Ohne eine Milliarden-Steuergutschrift würde die Bank wegen massiver Rückstellungen aber rote Zahlen schreiben. Die Aktie legt markant zu.
28.10.2014 09:06
Der Grund für die hohen UBS-Rückstellungen dürften der Devisenskandal sein: UBS-Gebäude in London.

Gemäss ihrem Bericht wendet die UBS netto 1,84 Milliarden Franken im Zusammenhang mit Rückstellungen für Rechtsfälle, regulatorische und ähnliche Angelegenheiten auf. Vor Steuern weist der Bankenkonzern einen Verlust von 554 Millionen Franken aus. Somit schafft die Bank nur dank eines Steuereffekts einen positiven Reingewinn: Netto 1,32 Milliarden Franken kann sich die Bank aufgrund der jährlichen Neubewertung latenter Steueransprüche gutschreiben lassen. Bereinigt ergibt sich beim Vorsteuergewinn ein Plus von 1,65 Milliarden Franken.

Die Aktie der UBS legt im frühen Handel in Zürich um satte 1,9 Prozent zu. Der Titel hat in den letzten zwölf Monaten jedoch rund 11 Prozent an Wert verloren.

Mit der operativen Performance zeigt sich die Grossbank zufrieden, und auch in Bezug auf die Kapitalisierung hat sie weitere Fortschritte gemacht. "Ich bin sehr zufrieden mit der zugrundeliegenden Performance im Berichtsquartal. Darin kommt einmal mehr unsere starke Marktstellung zum Ausdruck." Vorsichtig gibt sich das Management wie üblich hinsichtlich des Ausblicks für das laufende Quartal und für den erwarteten Geschäftsverlauf.

Aufgrund der diversen ausserordentlichen Buchungen ist ein Vergleich mit dem Konsens etwas schwierig. Gemäss awp-Konsens wurden für den Reingewinn 862 Mio. Franken und für den Vorsteuergewinn 825 Millionen Franken erwartet.

14,4 Milliarden Neugeld

Im Vergleich zum zweiten Quartal hat die Bank im Kernbereich Wealth Management deutlich besser abgeschnitten und den Vorsteuergewinn mit 707 Millionen Franken fast verdoppelt. Insgesamt erhielt die UBS in dieser Einheit Nettoneugelder von 9,8 Milliarden Franken. Für einmal wieder verbessert werden konnte auch die Bruttomarge, die um 2 Basispunkte (BP) auf 86 BP zulegte. Im Wealth Management Americas gelang der UBS ein Plus von 12 Prozent auf 236 Millionen Franken mit Neugeldern von 4,9 Milliarden Franken. Insgesamt konnte die Bank in den Wealth Management Einheiten Nettoneugelder von 14,4 Milliarden entgegennehmen.

Beim Investment Banking (IB) wird aufgrund der hohen Rückstellungen ein Vorsteuerverlust von 1,28 Milliarden Franken ausgewiesen. Die Rückstellungen dürften dabei vor allem im Zusammenhang mit dem Fall der Devisenmanipulationen stehen, auch wenn die Bank dies in der Mitteilung nicht explizit erwähnt. Vor kurzem hatte sie aber verlauten lassen, dass man mit diversen Behörden in Gesprächen über eine mögliche Einigung sei und dies auch Bussen beinhalten könnte. Adjustiert wies die IB ein Plus von 494 Millionen Frnaken aus, wobei die Erträge auf adjustierter Basis den höchsten Quartalswert seit 2010 erreicht hätten.

Kapitalquote über Zielwert

Weitere Fortschritte hat die Bank dagegen bei der Kapitalisierung erzielt. Die Kernkapital-Quote (CET 1-Basel III bei vollständiger Umsetzung) lag per Ende September bei 13,7% und damit um 20 BP höher als Ende Juni. Ein Wert von über 13 Prozent ist bekanntlich eine Voraussetzung dafür, dass die Bank ihre Ausschüttungsquote merklich erhöhen will. Die für die Bank ebenfalls wichtige (ungewichtete) Leverage Ratio (SRB Basel III bei vollständiger Umsetzung) blieb derweil unverändert bei 4,2 Prozent. Bei den sogenannten Risk Weighted Assets (RWA) verminderte sich der Wert auf 219 von 227 Milliarden Franken.

Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich die Bank wie gewohnt vorsichtig. Zu Beginn des vierten Quartals 2014 blieben viele der bereits früher erwähnten Herausforderungen grundsätzlicher und geopolitischer Natur unverändert bestehen und hätten sich in einigen Fällen gar verschärft. Es seien auch neue Risiken aufgetaucht wie etwa Ebola. Ungeachtet der anhaltenden Herausforderungen werde man die Umsetzung der Strategie weiterführen.

(AWP/cash)