Übernahmegerüchte - GAM nimmt Spekulanten den Wind aus den Segeln

GAM dementiert jegliche Verhandlungen rund um einen Unternehmensverkauf. Damit tritt der Vermögensverwalter Gerüchten entgegen, die in die Zeit des Einstiegs von US-Milliardär George Soros zurückgehen.
09.10.2019 10:52
Von Lorenz Burkhalter
Milliardär und Investor George Soros.
Milliardär und Investor George Soros.
Bild: Bloomberg

Der Vermögensverwalter GAM gilt schon eine ganze Weile als heisser Übernahmekandidat. Trotz oder gerade wegen seiner hausgemachten Probleme rund um die Entlassung eines Star-Fondsmanagers. Zuletzt wurde dem finanzkräftigen italienischen Versicherungskonzern Generali ein Interesse an GAM oder wenigstens an einzelnen Geschäftsbereichen nachgesagt.

Diesen Mutmassungen tritt der Vermögensverwalter nun entgegen. In einer am Dienstagabend veröffentlichten Medienmitteilung lässt er wissen, dass diesbezüglich keine Gespräche mit Generali oder einem anderen Unternehmen geführt würden. Mit der Ernennung des von Blackrock kommenden Peter Sanderson zum Firmenchef konzentriere man sich nun auf die Vereinfachung des Geschäfts und die Verbesserung der Rentabilität, so schreibt das Unternehmen weiter - und nimmt damit den Spekulanten gehörig den Wind aus den Segeln.

Das wiederum setzt der GAM-Aktie zu. Nachdem sie alleine seit Mitte September knapp 20 Prozent eingebüsst hat, verliert die Aktie im frühen Handel weitere 5 Prozent auf 3,39 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 3,30 Franken.

Was führt Soros im Schilde?

Beobachter sind sich zwar einig, dass sich einige Marktteilnehmer nach dem Dementi von ihren spekulativ aufgebauten Titel- und Derivatpositionen trennen könnten. Das dürfte die Aktienkursentwicklung nun erst einmal belasten. Solange der US-Milliardär George Soros an GAM beteiligt bleibe, sei jedoch für Fantasie gesorgt.

Soros war Mitte Mai über eines seiner Investmentvehikel mit 3 Prozent beim Vermögensverwalter eingestiegen (cash berichtete). Nach Bekanntwerden schoss der Kurs der GAM-Aktie innerhalb von 48 Stunden in der Spitze um 27 Prozent nach oben. Damals wurde gemunkelt, Soros wolle seine Beteiligung zügig ausbauen und das Unternehmen gewinnbringend ins Ausland verkaufen. Passiert ist weder das eine, noch das andere. Beobachter fragen sich deshalb, was genau Soros bei GAM im Schilde führt - zumal der Aktienkurs mittlerweile weit unter dem in der Region von 4 Franken vermuteten Einstandspreis des Aktienpakets notiert.

 

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