Uhrenexporte im Mai erneut stark rückläufig

Der Abwärtstrend in der Schweizer Uhrenindustrie setzt sich fort: Im Monat Mai 2016 sind die Uhrenexporte zum dritten Mal in Folge deutlich gesunken.
21.06.2016 11:17
IWC-Uhren im Schaufenster von Bucherer in Luzern.
IWC-Uhren im Schaufenster von Bucherer in Luzern.
Bild: cash

Ausschlaggebend waren erneut die stark sinkenden Ausfuhren in den wichtigsten Absatzmarkt Hongkong. Aber auch die Uhrenexporte in die USA, Europa oder nach Japan waren rückläufig.

Insgesamt sank das Exportvolumen mit Schweizer Uhren gegenüber dem Vorjahr um 168 Mio bzw. 9,7% auf 1,55 Mrd CHF. Real betrug das Minus 9,8%, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Dienstag mitteilten. Arbeitstagsbereinigt - der Berichtsmonat zählte einen Arbeitstag mehr als im Vorjahr - ergibt sich sogar ein Rückgang von gut 14% (nominal und real).

Immerhin hat sich der Rückgang gegenüber den Vormonaten leicht abgeschwächt. So waren die Uhrenexporte im April nominal um 14% (real 11%) und im März gar um 16% (21%) gesunken. Kleiner war der Rückgang dagegen im Februar gewesen mit -3% (-6%). In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurden kumuliert Uhren im Wert von 7,83 Mrd CHF exportiert - ein Minus von nominal 9,5%.

Weniger exportierte Luxusuhren

Stark rückläufig waren im Mai die Exporte von Edelmetall-Uhren. In Stückzahlen gemessen sank das Volumen um 23% und in Franken um 24% auf 491 Mio CHF. Etwas moderater, aber mit 9,1% immer noch deutlich, reduzierte sich die Stückzahl der exportierten Stahluhren. Wertmässig sanken die Ausfuhren in dieser Kategorie um 4,3% auf 572 Mio CHF. Gold-Stahluhren wurden in Stück zwar leicht mehr exportiert, in Franken gingen die Exporte aber auch hier um 4,7% auf 241 Mio zurück.

Nach Preissegmenten betrachtet, waren die Exporte von Uhren mit Exportpreisen von 200-500 CHF stark rückläufig. Deren Volumen in Stück nahm um 18% und in Franken um 17% ab. Ähnlich stark war der Rückgang bei sehr teuren Uhren im Wert von 3'000 CHF und mehr (Stückzahl: -10%; Franken: -15%), während sich das Minus in der billigsten Kategorie bis 200 CHF (-6,1%; -5,5%) und bei Uhren von 500-3'000 CHF (-2,9%; -2,4%) in Grenzen hielt.

Schwache Nachfrage in Hongkong

In Hongkong blieb die Nachfrage nach Schweizer Uhren im Mai wie schon in den Monaten davor schwach. Die Ausfuhren in den für die Branche wichtigsten Markt nahmen mit -17% auf 190 Mio CHF erneut im zweistelligen Bereich ab. Noch deutlicher war das Minus mit 19% auf 86,4 Mio bei den Uhrenexporten nach China. Kumuliert für die ersten fünf Monate 2016 liegen Hongkong und China nun mit 26% bzw. 16% im Minus.

In Europa habe sich die Lage für die Schweizer Uhrenindustrie in den vergangenen drei Monaten ebenfalls stark verschlechtert. Im Mai verzeichneten die Exporte nach Italien (-21%), Frankreich (-18%) und Deutschland (-15%) Einbussen im zweistelligen Prozentbereich und stehen damit seit Jahresbeginn ebenfalls im Minus. Derweil gaben die Exporte nach Japan (-7,7%) und in die USA (-2,1%) weniger deutlich nach, aber auch hier bestätigte sich der zuletzt gesehene Abwärtstrend.

Die Aktien der Schmuck- und Uhrenkonzerne Swatch und Richemont haben den Handel am Dienstag in einem etwas schwächer tendierenden Gesamtmarkt mit tieferen Kursen aufgenommen. Swatch büssen um 09.30 Uhr mit 1,2% auf 293,20 CHF unter den Schweizer Blue Chips derzeit am meisten ein, Richemont verlieren 0,8% auf 59,10 CHF.

(AWP)