Uhrenindustrie - Schweiz zählt weiterhin zu den führenden Ländern im Luxusgütersektor

Die Schweiz, insbesondere die Schweizer Uhrenindustrie, spielt in der Luxusgüterbranche eine prägende Rolle. Zu den weltweit 100 grössten Luxusgüterunternehmen zählen zehn Schweizer Gesellschaften.
16.05.2017 15:03
Der Richemont-Konzern gehört zu den grössten Luxusgüter-Konzernen: Ein Cartier-Laden in Asien.
Der Richemont-Konzern gehört zu den grössten Luxusgüter-Konzernen: Ein Cartier-Laden in Asien.
Bild: Bloomberg

Und die zwei grössten Gruppen Richemont und Swatch behaupten sich in den Top Ten. Dank Widerstandsfähigkeit und Markenerbe sei die Schweiz weiterhin eines der führenden Länder im Sektor, schreibt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte im jährlich erstellten Bericht "Global Powers of Luxury Goods".

Gestützt auf die öffentlich verfügbaren Daten erzielten die 100 grössten Luxusgüterunternehmen im Jahr 2015 zusammen Umsätze in Höhe von 212 Mrd USD. Dies entspreche gegenüber dem Jahr davor einem Anstieg von währungsbereinigt 6,8%, schreibt Deloitte in der Mitteilung vom Dienstag. Angekurbelt wurde das Wachstum von Konsumenten aus Schwellenländern wie China, Russland und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort haben 70% angegeben, dass sie die Ausgaben für Luxusgüter in den letzten fünf Jahren erhöht haben, verglichen mit 53% in den Industrieländern.

Die zehn im Bericht erfassten Schweizer Unternehmen, neun davon sind Hersteller von Luxusuhren, seien im Jahr 2015 um 3,6% gewachsen. Dabei hätten mit Audemars Piguet (geschätzt +14%) und Richard Mille (+22%) zwei Firmen Wachstum im zweistelligen Prozentbereich generiert. Audemars Piguet stiess so auf Platz 50 vor und Richard Mille belegt den 97. Rang.

Richemont auf Platz zwei

Die Richemont-Gruppe verteidigte mit einem Umsatzplus von 6,4% auf 12,2 Mrd USD den zweiten Rang hinter dem Branchenprimus LVMH (+15% auf 22,4 Mrd). Die Swatch Group (-3,0% auf 8,5 Mrd) verlor hingegen in der Luxusgüterrangliste einen Platz an die französische Kering-Gruppe (+16% auf 8,7 Mrd) und fiel auf Rang 6 zurück. Rolex behauptete sich derweil mit einem Umsatzwachstum von geschätzt 7,8% auf Rang 11. Auf Platz 40 ist Patek Philippe (geschätzt +2,6%) zu finden, Chopard (geschätzt unv.) ist 49ster, Breitling (geschätzt unv.) 71ster und Frédérique Constant (geschätzt +3,2%) 77ster.

"Das stetige Umsatzwachstum ist ein bemerkenswerter Erfolg, vor allem wenn man bedenkt, dass sich die Schweizer Marken für Kunden in wichtigen Exportmärkten durch die Aufwertung des Frankens deutlich verteuert haben", lobt Karine Szegedi, Head of Fashion & Luxury bei Deloitte, die Widerstandsfähigkeit der hiesigen Luxusgüterfirmen. Diese sei der Positionierung als Allrounder in der modernen Uhrmacherkunst sowie der Strategie der gleichmässigen regionalen Verteilung der Umsätze zu verdanken. Die Eintrittshürden seien dank Markenerbe sowie der Exzellenz in Sachen Technik und Design nur schwer überwindbar, heisst es.

(AWP)