Umfrage - Digitalisierung ist das Haupthema bei Verwaltungsräten

In den Verwaltungsräten von Schweizer Unternehmen ist die Digitalisierung zurzeit das zentrale Thema.
24.11.2017 12:15
Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard hat sich diese Woche am ersten Schweizer Digitaltag intensiv mit dem Thema Digitalisierung befasst (21. November 2017).

Dabei würden die direkten Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Firmen überprüft und allfällige Anpassungen in der Strategie diskutiert, kommt eine am Freitag veröffentlichte Umfrage von Knight Gianella zum Schluss. Die Umfrage wurde bei 189 Verwaltungsräten von börsenkotierten und grossen nicht börsenkotierten Schweizer Unternehmen durchgeführt, die insgesamt 878 Verwaltungsratsmandate innehaben.

Von den Befragten geben 64% an, dass die digitale Transformation "sehr relevant" sei, schreibt das auf Dienstleistungen rund um die Suche von Führungskräften spezialisierte Unternehmen weiter. Dabei könne der digitale und zuweilen disruptive Transformationsprozess nicht durch die Einstellung allein eines Chief Digital Officers gelöst werden, vielmehr sei die richtige Besetzung der Geschäftsleitung entscheidend, heisst es weiter. Die CEO müssten im volatilen Marktumfeld Wachstum und Profitabilität erhöhen und gleichzeitig die Digitalisierung auf allen Ebenen vorantreiben.

Steigende Ansprüche

Weiter geben 85% der befragten VR-Mitglieder an, dass ihre Tätigkeit in den letzten Jahren anspruchsvoller geworden sei. Und laut Aussagen von 75% der Befragten wird das Anspruchsniveau in Zukunft weiter zunehmen. Stark gestiegen seien im Verwaltungsrat etwa die Anforderungen bezüglich regulatorischer Veränderungen, wie 61% angeben. Neben den gestiegenen Anforderungen nehme der Zeitbedarf zur Ausübung der einzelnen Mandate zu und es werde eine hohe Adhoc-Verfügbarkeit erwartet. Zudem erschwere das immer wichtiger werdende Kriterium "Unabhängigkeit" die Rekrutierung von Verwaltungsräten.

Die Diskussion über den Sinn und Unsinn von Quartalsberichten sei auch im letzten Jahr heftig geführt worden, so die Mitteilung. 50% der Verwaltungsräte sagen, dass sie dem "Diktat" der Quartalsergebnisse unterliegen würden. Das ist ein starker Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als sich nur 38% kritisch dazu äusserten. Eine deutliche Mehrheit von 60% befürwortet die Abschaffung der Quartalreportings in Publikumsgesellschaften.

(AWP)