Umsatzsprung dank Raxone - Santhera schliesst 2016 mit Verlust ab

Das Spezialitätenpharma-Unternehmen Santhera zeigt sich nach einem erfolgreichen Jahr 2016 zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr.
07.03.2017 07:55
Thomas Meier, CEO von Santhera in einem cash-Interview vom 6.9.2016.
Thomas Meier, CEO von Santhera in einem cash-Interview vom 6.9.2016.
Bild: cash

So soll der Umsatz mit dem Medikament Raxone nach einem Umsatzsprung im Vorjahr auch 2017 weiter zulegen, und zudem wolle man das internationale Geschäft weiter ausbauen. Mit liquiden Mittel von etwas mehr als 100 Mio CHF per Ende Februar sehe man sich gut aufgestellt, heisst es in der Medienmitteilung vom Dienstag.

Für 2016 weist Santhera einen Nettoverlust von 35,4 Mio CHF aus, nachdem im Jahr zuvor noch ein Plus von 5,9 Mio zu Buche stand. Den Umsatz in Höhe von 19 Mio CHF (VJ: 4,3 Mio) hatte das Unternehmen bereits Ende Januar publiziert. Bei dieser Gelegenheit hatte CEO Thomas Meier den Markt bereits auf einen Verlust in einer Spanne von 33 bis 38 Mio CHF vorbereitet.

Höhere Kosten sorgen für Verlust

Der Hauptgrund dafür liegt in den höheren Kosten. Allein für Forschung und Entwicklung stiegen die Ausgaben 2016 auf 17,7 Mio CHF nach 10,5 Mio im Jahr zuvor. Der Anstieg ist den Kosten für Zulassungsanträge sowie der Vorbereitung und dem Beginn weiterer klinischer Studien geschuldet.

Die Kosten für Marketing stehen ganz unter dem Einfluss der Markteinführung von Raxone in Europa, Vorbereitungen für den Markteintritt in der zweiten Indikation Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) und dem Aufbau der Geschäftstätigkeit in den USA. Entsprechend stiegen sie auf 21,1 Mio CHF von 8,4 Mio im Vorjahr.

Raxone zur Behandlung von Leberscher Hereditärer Optikus-Neuropathie (LHON) ist der Umsatzträger des Pharma-Unternehmens. Das Mittel wurde 2016 in 15 EU-Ländern verkauft, wobei der Grossteil des vorläufigen Umsatzes aus Frankreich und Deutschland stammt.

Umsatzsprung dank Raxone

Im Verlauf des vergangenen Jahres hat Santhera in der EU und der Schweiz Anträge auf Marktzulassung (Marketing Authorization Applications, MAA) für Raxone zur Behandlung von DMD eingereicht und machte bedeutende Fortschritte in allen Produktentwicklungsprogrammen, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Ein wichtiger Schritt nach vorne ist zudem der Start der randomisierten, doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Phase-III-Studie SIDEROS. Sie soll die Wirksamkeit von Raxone zur Verlangsamung des Verlustes der Atmungsfunktion bei DMD-Patienten untersuchen, die gleichzeitig mit Glucocorticoiden behandelt werden.

Auch im laufenden Jahr wird Raxone eine wichtige Rolle für das Unternehmen spielen. In der aktuellen Mitteilung bestätigt Santhera Aussagen vom Januar, wonach der Umsatz mit dem Mittel bei 21 bis 23 Mio CHF liegen könnte.

Internationalisierung im Fokus

Darüber hinaus wolle man das internationale Geschäft weiter ausbauen. Schon das Vorjahr sei von einer starken Internationalisierung geprägt gewesen. So hatte das Unternehmen im Zuge der Markteinführung von Raxone seine Aktivitäten in ganz Europa ausgebaut.

Durch die US-Tochtergesellschaft Santhera Pharmaceuticals (USA), Inc. im Grossraum Boston, einem der Hauptzentren für Pharmaunternehmen in Nordamerika, hat Santhera zudem seit Februar 2017 auch eine eigene Präsenz in den USA. Das US-Team intensiviert laut den Angaben die Beziehungen zu Patientenorganisationen, bereitet den Marktzugang vor und trägt regulatorische und medizinische Expertise bei.

(AWP)