Umsatzzahlen enttäuschen - Richemont-Aktie sackt ab

Der Luxusgüterkonzern Richemont ist im Weihnachtsquartal nicht mehr so stark gewachsen wie ein Jahr davor. Beim Umsatz sind die Prognosen knapp verfehlt worden. An der Börse fällt die Aktie deutlich.
21.01.2013 09:00
Die Richemont-Aktie fällt am Montag bis zu 5 Prozent.

Der Luxusgüterkonzern Richemont ist im Weihnachtsquartal nicht mehr so stark gewachsen wie ein Jahr davor. Der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (Oktober bis Dezember) wurde um 9% auf 2,86 Mrd EUR gesteigert. Zu konstanten Wechselkursen, also in Lokalwährungen, betrug das Wachstum 5%, wie der Luxusgüterhersteller am Montag mitteilt. In den ersten neun Monaten 2012/13 ist Richemont in Euro um 17% auf 7,97 Mrd EUR und in Lokalwährungen um 9% gewachsen.

Die Vorgaben der Analysten hat Richemont mit den Umsatzzahlen knapp verfehlt. Im Vorfeld hatten die Experten für das dritte Quartal den Gruppenumsatz bei 2,88 Mrd EUR erwartet. Die Schätzungen reichten von 2,85 bis 2,92 Mrd.

Im vergleichbaren Quartal 2011 hatte Richemont die Verkäufe um 24 Prozent gesteigert. Bei Richemont läuft das Geschäftsjahr von April bis März.

Sehr hohe Erwartungen

 

Nach Ansicht von Händlern waren die Erwartungen an die Luxusgüteraktien nach zahlreichen Kurszielerhöhungen seit Jahresanfang sehr hoch. "Die langfristigen Aussichten für die Branche sind sicher sehr gut. Aber kurzfristig ist die Luft raus", sagte ein Händler. Ein allzu starker Kursrückgang könnte auch eine Kaufgelegenheit darstellen, sagte ein anderer Händler.

An der Börse reagieren die Anlegern gnadenlos. Zu Handelsbeginn fällt die Aktie knapp 5 Prozent auf 75 Franken. In den vergangenen Tagen hatte der Titel bei 81,45 Franken das höchste Kursniveau aller Zeiten erreicht. 

Das Wachstum von Richemont sei von einer robusten Nachfrage nach Schmuck in den Boutiquen der verschiedenen Marken beziehungsweise "Maisons" getragen worden, heisst es weiter. Dagegen habe sich der Absatz im Vertriebskanal Grosshandel etwas schwächer entwickelt. Die Retail-Partner im Uhrensegment hätten sich vorsichtig verhalten.

Schwächeres Umsatzwachstum in China

In der Schmucksparte mit den Marken Cartier und Van Cleef and Arpels wuchs der Umsatz im dritten Quartal um 8% (+4% in LW) auf 1,45 Mrd EUR. Mit Uhren (Vacheron Constantin, Baume & Mercier, Jaeger-LeCoultre, Piaget, Lange & Söhne oder IWC) steigerte Richemont den Absatz um 13% (+9% in LW) auf 0,78 Mrd, mit Schreibutensilien (Montblanc) um 3% (unv.) auf 227 Mio und im Bereich Übrige mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder dem Online-Portal Net-a-Porter um 10% (+6%) auf 374 Mio.

Nachgelassen hat insbesondere die Nachfrage aus China. Die Umsatzwachstumsraten haben sich in dieser Region deutlich abgeflacht, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein starker Zuwachs registriert werden konnte. Diese Entwicklung kommt indes nicht überraschend. Bereits bei den Halbjahreszahlen hatte sich eine Verlangsamung abgezeichnet. 

In Europa habe sich der Absatz "zufriedenstellend" entwickelt, während diese in Asien aufgrund der guten Vorjahresbasis stabil blieben, so die Mitteilung. In der Region Asien-Pazifik blieben die Verkaufszahlen somit in Lokalwährungen zum Vorjahr kaum verändert; in Amerika wuchsen sie um 13%, in Europa um 9% und in Japan um 2%.

Weiter teilte Richemont mit, dass die Netto-Cash-Position per Ende Dezember 3,00 Mrd EUR betrug, nach 3,05 Mrd Ende September. Zum Ausblick machte Richemont keine Angaben.

Hingegen winkt den Aktionären eine höhere Ausschüttung. Der Verwaltungsrat schlägt vor, die Dividende um 22 Prozent auf 0,55 Franken je Aktie zu erhöhen. 

(cash/Reuters/AWP)