Umsatzziel leicht erhöhtRieter spürt beim Bestellungseingang wieder Aufwind

Bei Rieter hat sich im ersten Halbjahr das Geschäft belebt. Die Prognosen der Analysten konnten dabei übertroffen werden.
20.07.2017 08:00
Kardenmontage in der Maschinenfabrik Rieter in Winterthur.
Kardenmontage in der Maschinenfabrik Rieter in Winterthur.
Bild: ZVG

Rieter hat sich im ersten Semester 2017 spürbar von der Flaute in der zweiten Jahreshälfte 2016 erholt. Auch deshalb erhöht der Textilmaschinenhersteller die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht. Fortschritte macht die Gesellschaft zudem bei der Profitabilität.

Der Bestellungseingang kam mit 495,2 Mio CHF zwar 3% unter dem hohen Vorjahreswert zu liegen. Er fiel aber deutlich besser aus als im zweiten Halbjahr 2016, als nicht einmal die 400-Mio-CHF-Marke erreicht wurde. Analysten hatten mit einer weniger deutlichen Verbesserung gerechnet, lag doch die durchschnittliche Prognose gemäss dem AWP-Konsens bei 476 Mio CHF.

Die Nachfrage habe im Laufe des Semesters und dabei insbesondere seit März angezogen, kommentiert das Unternehmen am Donnerstag die Verbesserung. Dies gelte vor allem für das wichtige Neumaschinengeschäft. Dabei sei der niedrige Auftragseingang aus der Türkei durch andere Projekte aus anderen Regionen weitgehend kompensiert worden. Die Komponenten, Ersatzteile und Serviceleistungen seien in etwa in gleichem Ausmass gefragt gewesen.

Leicht tieferer Umsatz

Der Umsatz sank derweil gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5% auf 415,2 Mio CHF und verpasste damit die Konsenserwartungen von 429 Mio CHF. Innerhalb der Absatzregionen gab es grössere Verschiebungen. So wurde mit türkischen (+55%) und indischen (+16%) Kunden mehr Umsatz erzielt, während die Verkäufe nach China (-20%) und ins restliche Asien (-27%) abnahmen.

Trotz des geringeren Umsatzes steigerte Rieter die Profitabilität. Der EBIT erhöhte sich um 1,9% auf 16,0 Mio CHF und die entsprechende Marge auf 3,9% von 3,6%. Unter dem Strich steht ein Reingewinn von 10,9 nach 11,0 Mio CHF im Vorjahr. Damit wurden die Analystenprognosen in etwa erfüllt.

Die höhere Rentabilität begründet das Unternehmen unter anderem mit dem Sparprogramm, von dem primär der Standort Winterthur betroffen war. Dadurch habe das Neumaschinengeschäft den Verlust auf 3,8 von 12,1 Mio CHF reduziert, heisst es in der Mitteilung. Im Komponentengeschäft sei hingegen der EBIT wegen des Produktmixes und einer geringeren Auslastung einzelner Werke rückläufig gewesen.

Ausblick erhöht

Den Ausblick für das Gesamtjahr 2017 passt das Management leicht an. So wird nun mit einem leicht höheren Umsatz gerechnet (bislang: Umsatz auf Vorjahreshöhe). Begründet wird dies neben dem besseren Nachfrage mit der Übernahme von SSM Textilmaschinen, die vor wenigen Wochen bekannt gegeben wurde.

Diese werde auch auf Stufe EBITDA einen positiven Beitrag leisten, wird betont. Gleichwohl wird beim EBIT (vor Restrukturierungskosten) wegen des Produkt- und Ländermixes ein Wert leicht unter dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Bislang war auch für die Profitabilität ein Wert auf Vorjahreshöhe prognostiziert worden.

Zu den Restrukturierungskosten werden keine neuen Angaben gemacht. So werde "zu gegebener Zeit" über die Folgen der Neuausrichtung des Standorts Ingolstadt informiert. Bekanntlich will Rieter die dortige Produktion nach Tschechien verlagern. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen dauerten an, schreibt die Gesellschaft lediglich dazu.

(AWP)