Ungewissheit über Ausgang der Präsidentenwahl lähmt Wall Street

Gut eine Woche vor der US-Präsidentenwahl ist die Anspannung an der Wall Street gestiegen. Viele Anleger hielten sich am Montag zurück, weil der Ausgang wieder ungewiss ist.
31.10.2016 21:45
Wer wird Präsident? Die Händler an der Wall Street sind verunsichert wegen dem ruppig geführten US-Wahlkampf.
Wer wird Präsident? Die Händler an der Wall Street sind verunsichert wegen dem ruppig geführten US-Wahlkampf.
Bild: Bloomberg

Die bisherige Favoritin Hillary Clinton von den Demokraten hat den Umfragenvorsprung gegenüber ihrem Rivalen Donald Trump von den Republikanern nahezu eingebüsst. Clinton geriet unter Druck, weil in ihrer E-Mail-Affäre die Bundespolizei FBI erneut ermittelt. Trump gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als Investorenschreck.

Der Markt werde nun etwas nervös, nachdem er einen Sieg Clintons bei der Wahl am Dienstag kommender Woche schon eingepreist hätte, sagte Anlagestratege Thomas Wilson von der Investmentfirma Brinker Capital. Die Börse hasse Unsicherheit. "Ich gehe davon aus, dass der Markt bis zur Wahl im Niemandsland festhängen wird." Die bevorstehende Sitzung der US-Notenbank Fed, die an diesem Dienstag beginnt, steht diesmal weniger stark im Fokus. Denn es wird nicht erwartet, dass die Fed so kurz vor der Wahl die Zinsschraube fester drehen wird.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 18'142 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat auf der Stelle mit 2126 Zählern und auch der Index der Technologiebörse Nasdaq lag kaum verändert bei 5189 Punkten.

Milliardenfusionen bewegen die Anleger

Auftrieb erhielten die US-Börsen von mehreren Milliardenfusionen. So kauft der Telefon- und Internetanbieter CenturyLink für rund 24 Milliarden Dollar den Glasfaserspezialisten Level 3 Communications. Dessen Kurs gewann 3,8 Prozent. CenturyLink brachen dagegen um 12,5 Prozent ein.

In der Gesundheitsbranche wird der Klinikdienstleister Team Health vom Finanzinvestor Blackstone übernommen. Die Titel von Team Health schossen 16,4 Prozent in die Höhe.

Abwärts ging es hingegen bei Energiewerten, die im Zuge gesunkener Ölpreise im Schnitt um 1,2 Prozent nachgaben. Zu den Verlierern zählten ferner Nike mit einem Kursrückgang von 3,5 Prozent. Die Experten von BofA Merrill Lynch hatten den Sportartikelhersteller heruntergestuft.

US-Bonds legen zu

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,05 Milliarden Aktien den Besitzer. 1513 Werte legten zu, 1454 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1391 im Plus, 1425 im Minus und 206 unverändert.

US-Staatsanleihen legten zu. Zehnjährige Bonds verbesserten sich um 6/32 auf 97-02/32. Sie rentierten mit 1,829 Prozent. Die 30-Jährigen kletterten 19/32 auf 93-02/32 und hatten eine Rendite von 2,585 Prozent. 

(Reuters)