US-Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter solide

Die solide Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt hat auch im Oktober angehalten. Der Beschäftigungsaufbau setzte sich fort, die Arbeitslosigkeit fiel weiter zurück, und die Lohnentwicklung nahm Fahrt auf.
04.11.2016 15:00
Mehr neue Jobs, weniger Arbeitslose: In den USA ist der Arbeitsmarkt im Aufwind.
Mehr neue Jobs, weniger Arbeitslose: In den USA ist der Arbeitsmarkt im Aufwind.
Bild: Bloomberg

Dies zeigt der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung für Oktober, der am Freitag veröffentlicht wurde. An den Finanzmärkten spielten die Daten jedoch eine ungewöhnlich kleine Rolle - zu stark sind die Anleger auf die US-Präsidentschaftswahl fokussiert.

Wie das amerikanische Arbeitsministerium mitteilte, erhöhte sich die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft im Oktober um 161'000 Stellen. Das war zwar etwas weniger als Analysten im Mittel erwartet hatten. Allerdings wurde zugleich der Aufbau in den beiden Monaten zuvor um insgesamt 44'000 Stellen nach oben korrigiert. Die meisten Arbeitsplätze wurden abermals im grossen Dienstleistungssektor geschaffen, wenn auch in etwas geringerem Ausmass als in den Vormonaten.

Arbeitslosigkeit geht zurück

Die Arbeitslosigkeit ging unterdessen leicht um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent zurück. Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Teilnehmer an Weiterbildungsmassnahmen erfasst, sank von 9,7 auf 9,5 Prozent. Die Erwerbsquote ging jedoch ebenfalls zurück - das heisst, es bemühten sich weniger Arbeitslose um einen Job.

Positive Signale kamen von der Lohnentwicklung: Sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich zogen die durchschnittlichen Stundenlöhne im Oktober spürbar an. Zum Vormonat wuchsen sie um 0,4 Prozent, zum Vorjahresmonat um 2,8 Prozent. Die Jahresrate liegt so hoch wie letztmalig im Jahr 2009. Das lange Zeit schwache Lohnwachstum scheint also zunehmend anzuziehen.

Schwache Marktreaktion

An den Finanzmärkten spielten die Jobdaten eine ungewöhnlich geringe Rolle. Die Aktienmärkte reagierten leicht positiv, der Dollar legte etwas zu. Dies zeigt, dass die Daten zwar grundsätzlich für eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed sprechen. Allerdings weisen zahlreiche Analysten auf die hohe Bedeutung der Präsidentschaftswahl in der kommenden Woche hin: Im Falle eines Wahlsiegs des Republikaners Donald Trump rechnen viele Analysten mit einer Verschiebung der für Dezember erwarteten Zinsstraffung ins kommende Jahr.

(AWP)