US-Arbeitsmarktdaten beflügeln Schweizer Börse

Überraschend gute Daten vom US-Arbeitmarkt haben der Schweizer Börse zum Wochenschluss Rückenwind gegeben.
08.07.2016 17:30
Die Schweizer Börse dreht am Freitagnachmittag ins Plus.
Die Schweizer Börse dreht am Freitagnachmittag ins Plus.
Bild: cash

Der Leitindex SMI notierte 0,9 Prozent im Plus bei 8036 Punkten. Gefragt waren vor allem zyklische Firmen und einige der zuletzt gebeutelten Finanzwerte. Auch an anderen europäischen Börsen und der Wall Street versetzten die guten Nachrichten Investoren in Kauflaune.

In der weltgrössten Volkswirtschaft entstanden im Juni 287'000 neue Jobs. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 175'000 gerechnet. "Der US-Arbeitsmarkt befindet sich noch immer in einer exzellenten Verfassung. Eigentlich wäre die Zeit für eine zweite Zinserhöhung nun reif", sagte der Chefökonom der Liechtensteiner VP-Bank, Thomas Gitzel. Doch wegen der Unsicherheiten durch den bevorstehenden Brexit werde die US-Notenbank Fed trotz guter Wirtschaftsdaten in naher Zukunft wohl nicht an der Zinsschraube drehen, erklärte Gitzel. Aktuell liegt der Schlüsselsatz bei 0,25 bis 0,5 Prozent. Handelsimpulse erhoffen sich Börsianer in den kommenden Tagen auch von der beginnenden Halbjahresberichts-Saison.

Fast alle Bluechips im Plus

Bei den Schweizer Bluechips waren am Freitag fast alle Werte im Plus. Angeführt wurde die Gewinnerliste von den Papieren des Personalvermittlers Adecco. Sie setzten die Erholung nach dem Kurseinbruch zur Wochenmitte mit einem Plus von 4 Prozent fort.

Auch die Anteile des Zementherstellers LafargeHolcim, des Aromen- und Riechstoffproduzenten Givaudan, des Elektrokonzerns ABB und des Prüfkonzerns SGS legten zu.

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont litten unter einer negativeren Beurteilung durch die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley. Bei Richemont senkte die Bank das Rating auf "Equal-Weight" von "Overweight"; der legte nur 0,1 Prozent zu. Die Aktien der Konkurrentin Swatch legten 0,5 Prozent auf 279 Franken zu, nachdem Morgan Stanley das Kursziel auf 250 Franken zurückgenommen hatte.

Die Aktien der Credit Suisse stiegen um 1,9 Prozent auf 10,23 Franken und setzten sich weiter von der psychologisch wichtigen Marke von zehn Franken ab, unter die der Kurs am Mittwoch erstmals getaucht war. Julius Bär rückten 2,5 Prozent vor. Die Titel der Grossbank UBS rutschten hingegen 0,4 Prozent ab. Die Assekuranzwerte zeigten sich uneinheitlich.

Nestlé auf Rekordhoch

Auf ein neues Rekordhoch von 77,30 Franken stiegen die Nestle-Papiere. Das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent. Barclays hat die Aktien des Lebensmittelkonzerns auf "Overweight" von "Equal-Weight" hochgestuft und das Kursziel auf 82 Franken angehoben.

Die als wenig konjunkturempfindlich geltenden Pharmariesen Novartis und Roche legten 0,9 und 0,6 Prozent zu. Das Asthma-Medikament Xolair, das von den beiden Pharmakonzernen vertrieben wird, hat in den USA die Zulassung zur Behandlung von Kindern erhalten. Die Arzneimittelbehörde FDA erteilte zudem einem HPV-Test von Roche die Marktfreigabe.

Sulzer stiegen um zwei Prozent. Der Industriekonzern hat vom französischen Versorger EDF einen Pumpenauftrag erhalten. In den nächsten 15 Jahren werden 28 Pumpeneinheiten für die Nuklearkraftwerke des französischen Konzerns geliefert. Ein Auftragswert wurde nicht genannt.

Die Aktien von Ypsomed legten 10 Prozent auf 195,90 Franken zu. Credit Suisse hat das Kursziel für die Aktie der Medizintechnikfirma auf 205 von 160 Franken erhöht.

(Reuters)