US-Börsen - Dow Jones kommt nicht vom Fleck

Die Anleger an den US-Aktienmärkten haben sich am Donnerstag kaum aus der Deckung gewagt. Die wichtigsten Indizes schlossen trotz diverser stark schwankender Aktien nur wenig verändert.
02.02.2017 22:42
Die Börse an der Wallstreet in New York im Regen.
Die Börse an der Wallstreet in New York im Regen.
Bild: Bloomberg

Im Fokus stand die Quartalsberichtssaison der Unternehmen. Zudem sorgte eine mögliche Milliardenübernahme für Gesprächsstoff. Robuste US-Konjunkturdaten gaben kaum Impulse.

Der Dow Jones Industrial endete 0,03 Prozent tiefer bei 19 884,91 Punkten. Zur Wochenmitte hatte der US-Leitindex nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed ein knappes Plus ins Ziel gerettet. Die Währungshüter hatten wie erwartet nichts an ihrer Geldpolitik geändert. Der breiter gefasste S&P 500 gewann am Donnerstag 0,06 Prozent auf 2280,85 Punkte. Der Nasdaq 100 büsste 0,10 Prozent auf 5147,70 Punkte ein.

Die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft war im vierten Quartal stärker gestiegen als erwartet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der vergangenen Woche überraschend stark gesunken.

Facebook unter Druck

Unter den Einzelwerten standen Facebook im Mittelpunkt des Interesses. Im vergangenen Quartal hatte das Online-Netzwerk mit einem weiter rasanten Wachstum alle Erwartungen übertroffen und dabei sogar den Gewinn verdoppelt. Allerdings belastete die 500-Millionen-Dollar-Strafzahlung an die Spielefirma ZeniMax, zu der ein Geschworenen-Gericht Facebook im Streit um die Entwicklungsgeschichte der Virtual-Reality-Brille Oculus VR verdonnert hatte. Die Facebook-Aktien erreichten im frühen Handel zwar ein Rekordhoch, fielen danach aber wieder ins Minus und verloren letztlich 1,8 Prozent.

Die Papiere von US Steel schnellten um mehr als 11 Prozent nach oben, nachdem die Bank of America erstmals seit über fünf Jahren wieder eine Kaufempfehlung für die Aktien ausgesprochen hatte. Zuvor hatte der US-Stahlkonzern unerwartet gute Zahlen für das abgelaufene Quartal gemeldet.

Merck & Co an der Dow-Spitze

Merck & Co gewannen an der Dow-Spitze 3,4 Prozent. Unerwartet gute Verkäufe des Krebsmittels Keytruda hatten dem Pharmakonzern im vierten Quartal geholfen, Umsatzverluste bei anderen Medikamenten auszugleichen, die ihren Patentschutz verloren haben. Die Aktien von Philip Morris rückten um 3 Prozent vor, nachdem der Tabakkonzern Experten mit seiner Gewinnziel-Spanne für 2017 positiv überrascht hatte.

Eine Übernahmeofferte des britischen Konsumgüterkonzerns Reckitt Benckiser trieb die Papiere des US-Babynahrungsherstellers Mead Johnson um über 21 Prozent nach oben. Das Volumen dürfte sich auf 17 Milliarden Dollar belaufen.

Amzon enttäuscht

Offen für potenzielle Kaufinteressenten ist laut einem Pressebericht auch der Warenhausbetreiber Macy's. Damit wolle der scheidende Konzernlenker Terry Lundgren die von der Investmentfirma Starboard angestrebten Veränderungen im Verwaltungsrat (Board) verhindern. Starboard ist an Macy's beteiligt. Die Aktie des Warenhausbetreibers legte um mehr als 5 Prozent zu. Dagegen büssten die Titel des Modeunternehmens Ralph Lauren über 12 Prozent ein, nachdem der Weggang von Konzernchef Stefan Larsson zum 1. Mai bekannt geworden war.

Nach Börsenschluss präsentierten Amazon , Visa und Amgen ihre Quartalsbilanzen. Der weltgrösste Online-Händler enttäuschte mit seiner Umsatzentwicklung und dem Ausblick auf das laufende erste Quartal. Die Amazon-Aktien verloren daraufhin fast 3,5 Prozent. Dagegen honorierten die Anleger die Zahlen des Kredikartenanbieters und des Biotech-Konzerns: Die beiden Papiere gewannen nachbörslich jeweils 3 Prozent.

Der Kurs des Euro ist im Donnerstag im US-Handel wieder abgebröckelt und unter die Marke von 1,08 Dollar gerutscht. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0759 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0808 (Mittwoch: 1,0790) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9252 (0,9268) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige Anleihen sanken um 1/32 Punkte auf 95 29/32 Punkte und rentierten mit 2,47 Prozent.

(AWP)