US-Börsen auf Berg- und Talfahrt

Die US-Börsen haben am Mittwoch nach einer Berg- und Talfahrt uneinheitlich geschlossen. Nach einem zunächst freundlichen Auftakt setzten im späten Handel Verkäufe ein.
10.02.2016 22:40
ERklärungsbedarf nach Yellens Äusserungen: Händler an der Wall Street am Mittwoch.
ERklärungsbedarf nach Yellens Äusserungen: Händler an der Wall Street am Mittwoch.
Bild: Bloomberg

Äusserungen von US-Notenbankchefin Janet Yellen und eine Erholung bei Bankenwerten hatten die Wall Street zunächst gestützt. Auch Schnäppchenjäger waren nach den Kursverlusten der vergangenen Tage wieder eingestiegen.

Yellen gab zwar keine konkrete Hinweise, wann weitere Zinserhöhungen anstehen könnten. Mit ihren Äusserungen nährte sie aber Erwartungen an den Börsen, dass die Fed vor raschen Schritten zurückschrecken wird. Markteilnehmer sprachen von einem Signal, dass die Notenbank in ihrer Zinspolitik flexibel vorgehen wolle. "Bis sich Ölpreis und Dollar stabilisieren, würde ich keine grossen Schritte von der Fed erwarten", äusserte Vermögensverwalter Brian Jacobsen von der Wells Fargo Bank.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,6 Prozent tiefer auf 15'914 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 1851 Punkten auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen 0,4 Prozent auf 4283 Punkte.

Disney nach Zahlen im Verkauf

Disney-Aktien gaben rund 4 Prozent nach. Der Unterhaltungsgigant konnte die Anleger mit seinem Quartalsbericht nicht überzeugen. Ein Gewinnrückgang des konzerneigenen Sportsenders ESPN überschattete Erfolge im Filmgeschäft, das vom jüngsten Teil der "Star Wars"-Saga profitierte.

Der Kurs von Twitter kletterte mehr als 4 Prozent. Anleger warteten gespannt auf die Geschäftszahlen des Internetkonzerns, die nach Börsenschluss kommen sollten. Dann wollte auch der Elektroauto-Pionier Tesla seinen Zwischenbericht vorlegen.

Am Rohstoffmarkt sorgte ein überraschender Rückgang der US-Lagerbestände vorübergehend für kräftige Preisaufschläge beim Erdöl. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 5,2 Prozent auf 31,90 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem ihr Preis am Dienstag noch um knapp 8 Prozent abgestürzt war. Eine dauerhafte Stabilisierung sei aber erst dann zu erwarten, wenn sich die Opec und andere Staaten auf eine Kürzung der Fördermengen einigten, betonten Börsianer.

Zehnjährige Staatsanleihen gefragt

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Milliarden Aktien den Besitzer. 1647 Werte legten zu, 1429 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,42 Milliarden Aktien 1389 im Plus, 1383 im Minus und 163 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 7/32 auf 104-28/32. Die Rendite sank auf 1,705 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 19/32 auf 109-26/32 und rentierte mit 2,529 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit einer soliden Nachfrage nach zehnjährigen Anleihen bei der Auktion im Volumen von insgesamt 23 Milliarden Dollar.

(Reuters)