US-Börsen: Die Luft ist vorerst raus

Die New Yorker Aktienindizes haben sich mit ihren Verlusten am Donnerstag wieder etwas deutlicher von den jüngsten Rekordhöhen entfernt.
22.12.2016 22:22
Nach der Sonne kommt der Regen: Die Kurse an der Wallstreet geben nach.
Nach der Sonne kommt der Regen: Die Kurse an der Wallstreet geben nach.
Bild: Bloomberg

Für den Dow Jones Industrial ging es zum Handelsschluss um 0,12 Prozent auf 19 918,88 Punkte nach unten. Händlern zufolge war die Marke von 20 000 Punkten, an die der Leitindex in dieser Woche bis auf 13 Zähler herangekommen war, an diesem Donnerstag im Grunde von Beginn an kein Thema. Zeitweise war der Dow sogar wieder unter 19 900 Punkte gesunken.

Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,19 Prozent auf 2260,96 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,29 Prozent auf 4934,39 Punkte.

Kurz vor Weihnachten wurden noch zahlreiche Konjunkturdaten veröffentlicht, die zusammengenommen durchwachsen ausfielen. Am Aktienmarkt in New York sorgten sie kaum für Bewegung. Die Daten stehen nach der jüngsten Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank Fed momentan auch nicht ganz so stark im Fokus wie in den Wochen und Monaten zuvor.

Konsumabhängige Werte verlieren

Im Dow-Jones-Index waren die Aktien des Telekomkonzerns Verizon mit plus 1,28 Prozent der stärkste Wert. Kräftige Einbussen verzeichneten dagegen die Papiere von Einzelhändlern. So sackten Walmart am Dow-Ende um 2,32 Prozent ab und im S&P 500 verloren die Anteile von Target 4,40 Prozent. Die Titel der Kreditkartenanbieter American Express und Visa gaben um 0,98 beziehungsweise 0,31 Prozent nach.

In den USA waren die Konsumausgaben der privaten Haushalte im November nicht so stark gestiegen wie erwartet. Die Einnahmen der privaten Haushalte hatten unterdessen stagniert. Die Aktien der stark vom US-Konsumverhalten abhängigen Einzelhändler und Kreditkarten-Konzerne reagieren auf solche Daten mitunter recht sensibel. Marktbeobachter verwiesen zudem auf Medienberichte über mögliche Pläne des künftigen US-Präsidenten Donald Trump zur Erhebung höherer Einfuhrzölle, worunter Einzelhändler besonders leiden dürften.

Micron entzückt Anleger

Der sich stabilisierende PC-Markt und Preisanhebungen für Speicherchips hatten den Halbleiterspezialisten Micron Technology im abgelaufenen Jahresviertel zu Umsatz- und Ergebniswachstum zurückkehren lassen. Für Aufsehen sorgte aber vor allem die neue Umsatzprognose für das laufende Quartal, von der sich Analysten positiv überrascht zeigten. Das Analysehaus Needham nahm die gute Geschäftsentwicklung zum Anlass, die Aktien von Micron auf "Buy" hochzustufen. Das Resultat an der Börse war ein sattes Kursplus von 12,68 Prozent.

Kursbewegungen ähnlicher Grössenordnung, allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen, gab es bei den Aktien von Red Hat . Mit einem Minus von 13,89 Prozent straften die Anleger den Software-Konzern für einen enttäuschenden Quartalsumsatz und einen trüben Ausblick ab. Hinzu kam die Rücktrittsankündigung von Finanzchef Frank Calderoni.

Der Eurokurs büsste im US-Handel seine zwischenzeitlichen Gewinne aus dem europäischen Geschäft wieder ein. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0436 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0444 (Mittwoch: 1,0421) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9575 (0,9596) Euro. Am US-Rentenmarkt sank der Kurs richtungweisender zehnjähriger Papiere um 5/32 Punkte auf 95 6/32 Punkte. Die Rendite betrug damit 2,55 Prozent.

(AWP)