US-Börsen finden mit höherem Ölpreis keine klare Richtung

Trotz des kräftigen Preisanstiegs an den Ölmärkten hat die Wall Street am Mittwoch uneinheitlich geschlossen.
30.11.2016 22:25
Massiv steigende Ölpreise begeistern die Händler an der Rohstoffbörse.
Massiv steigende Ölpreise begeistern die Händler an der Rohstoffbörse.
Bild: Bloomberg

Die Hoffnung auf eine Drosselung der Ölförderung verhalf dem Ölpreis zum grössten Kurssprung seit mehr als einem Dreivierteljahr. Das trieb die Aktien grosser Energiekonzerne. Papiere der Airlines mussten dagegen Federn lassen.

Die Opec hat erstmals seit 2008 eine Förderkürzung beschlossen und damit den Ölpreis über die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar getrieben. Die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten stimmten bei ihrer Sitzung in Wien der Grundsatzvereinbarung vom September zu. Damals verständigten sich die oft zerstrittenen 14 Länder des Kartells auf eine Drosselung der Förderung auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag von derzeit 33,6 Millionen Fass. Der Ölpreis steht seit 2014 wegen eines Überangebots unter Druck.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte trat zuletzt bei 19'123 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent auf 2198 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,1 Prozent auf 5323 Punkte. Im Monatsvergleich verbesserte sich der Dow um 5,4 Prozent, der S&P um 3,4 Prozent und der Nasdaq um 2,6 Prozent.

Aussicht auf positive Jobdaten

Einen positiven Vorgeschmack auf die amtlichen Daten vom US-Arbeitsmarkt lieferte die Umfrage des Arbeitsvermittlers ADP unter privaten Firmen. Demnach haben die US-Unternehmen im November deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Konsumausgaben im Oktober waren mit plus 0,3 Prozent zwar niedriger als erwartet. Doch sprachen Analysten von robusten Zahlen. "An einer Zinserhöhung durch die Fed Mitte des Dezember dürfte kein Zweifel aufkommen", fasste ein Börsianer zusammen.

Unter den Einzelwerten sorgte weiter Praxair für Gesprächsstoff: Der US-Industriegase-Hersteller nimmt einen neuen Anlauf zum Zusammenschluss mit dem deutschen Konkurrenten Linde. Praxair-Aktien liessen 1,5 Prozent Federn, nachdem sie am Dienstag rund 3 Prozent gewonnen hatten.

GoPro stiegen um 1,5 Prozent. Der Actionkamera-Hersteller hatte einen Stellenabbau und die Schliessung seiner Entertainment-Sparte angekündigt.

Fluggesellschafts-Aktien mit teurerem Öl unter Druck

Vor allem Konzerne wie Chevron und Exxon profitierten von den steigenden Ölpreisen. Chevron-Papiere verteuerten sich um 2 Prozent und Exxon um 1,6 Prozent. Die Aussicht auf anziehende Kerosin-Kosten machten Fluggesellschaften dagegen zu schaffen. American, Delta und United gaben jeweils etwa 1 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Milliarden Aktien den Besitzer. 1177 Werte legten zu, 1797 gaben nach und 122 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Milliarden Aktien 1012 im Plus, 1829 im Minus und 204 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 17/32 auf 96-26/32. Die Rendite stieg auf 2,363 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-12/32 auf 97-5/32 und rentierte mit 3,021 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit der Erwartung einer höheren Inflation nach dem starken Ölpreisanstieg.

(Reuters)